Full text: Volume (Bd. 8 (1875))

17.4. Zur Reform des Rechtsstudiums an den preußischen Hochschulen

XVII.
Zur Reform des Rechtsstudiums an den preußischen
Hochschulen.
Von Herrn Prof. Felix Dahn.

Einer der nächsten Sessionen deS preußischen Landtags wird
das i Unterrichts-Gesetz vorgelegt werden, welches auch das Studium
an den Universitäten berühren und voraussichtlich vielfach reformi-
ren soll.
Es möge gestattet sein, dermalen, da der Gesetz-Entwurf in
dem Stadium der Berathung durch die zuständigen Ministerien sich
bewegt, auf einen Uebelstand in der Einrichtung dieser Studien hin-
zuweisen, welcher der Abhülfe, nach der Ueberzeugung des Verfassers,
dringend bedarf: es ist dies die zu kurz bemessene Zeit von sechs Se-
mestern für das juristische Studium.
Es scheint unerläßlich, für die Zukunft als Regel acht Se-
mester obligatorisch zu machen, so daß nur ausnahmsweise, in be-
sonderen Fällen, wie bisher von den sechs normalen Semestern, Ent-
bindung zu ertheilen wäre.
Schon als ich aus der Lehrthätigkeit in Bayern, wo acht
Semester die Normalzeit bilden, nach Preußen übertrat, hatte ich
lebhafte Zweifel an der „Sufficienz" von sechs Semestern, und
meine Erfahrungen in fünf Halbjahren habe» jenen Zweifeln Recht
gegeben.
Die Festsetzung jener Studienzeit von sechs Semestern stammt
aus einer Periode (oder doch aus festgehaltenen Anschauungen einer
Periode), in welcher die Zahl der zu hörenden Vorlesungen und der
Reichthum des in denselben von Lernenden und Lehrern zu bewälti-

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