Full text: Volume (Bd. 8 (1875))

Voß: Zur Theorie der Grundschuld. 515
wand der mangelnden Legitimation zur Sache entgegensetzen, wenngleich
die dingliche Klage an sich begründet ist und der Cedent ein Klagerecht
nicht hat. Hingegen könnte eine unter der Rechtsherrschaft eines Vor-
mannes fällig gewordene, aber nicht eiugeforderte Zinsrate nach erfolg«
ter Abtretung nicht mehr an den Vormann, sonderu nur an den
Nachinhaber bezahlt werden. Der Schuldner, von welchem eine fällige
Zinsrate gefordert worden ist, könnte zwar durch die Deräußeruug des
Grundstückes von der Haftung sich befreien. Aber diese Befreiung
würde nicht die Wirkung haben, als wenn der Befreite nie Grund-
schuldner gewesen wäre. Gr würde persönlich für das Interesse hasten
wenn er die Veräußerung in der Absicht vorgenommen hätte, seinem
Gläubiger die Rechtsverfolgung zu erschweren, nicht, weil er den Be-
sitz des Grundstückes dolos aufgegeben hatte, sondern weil er einer
Obligation arglistig zuwidergehandelt hatte.
;-V 2m Ganzen gilr nun von der Hauptschuld das Nämliche, was
eben von den Zinsraten ausgeführt ist. Die Hauptschuld wird■ obli-
gatorisch fixirt regelmäßig durch Kündigung, nicht erst durch die Fä^
ligkeit. Daher ist die Abtretung einer gekündigten (Haupt-) Grundschuld
nicht wie die Abtretung einer nicht gekündigten zu behandeln. Zwar
verliert auch hier der frühere Gläubiger die dingliche Klage, und der
Schuldner kann auch nicht mehr an ihn zahlen, wenn er von der er-
folgten Abtretung benachrichtigt worden ist. Vor dieser Benachrichti-
gung aber steht ihm dies srei, wie jedem eigentlichen Gedenken gegen-
über, nur muß der Cedent in der Lage sein, ihm den Grundschuld-
brief ausliefern zu können (vgl. § 63 f. f. G., § 94 G. B. O).
Auf den Nachinhaber geht die Grundschuld als eine gekündigte
über, so daß die Kündigung von demselben nicht wiederholt zu werden
braucht. Der Schuldner einer gekündigten Grundschuld überträgt die-
selbe passiv als eine gekündigte, und hastet seinerseits, wenn er nach
der Kündigung die Veräußerung seines Gigenthumes arglistig zum
Nachtheil des Gläubigers bewirkt hat.
, Analog fixirt die Ginleitung der Subhastation die Gläubiger-
und Schuldnerpersonen, die ersteren jedoch erst dann, wenn sie sich ent-
weder freiwillig melden, oder wenn sie durch den Zwang des Gerichts
bei Vermeidung des; Ausschlusses erfolglos angehalten worden sind.
Zm letzteren Falle bestimmt sich der Berechtigte nach dem Inhalte des
Grundbuchs, wenngleich ohne Herbeischaffung des. Grundschuldbriefes
nicht an ihn gezahlt werden kann.

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