Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1803))

Deductionen und Schlüffe nichts gewonnen.
Abfiraliirt von aller Erfahrung nnd abgefehn von
aller Anwendung ift es oft nicht schwer die tref-
fendsten Principien aufm,stellen; aber in dieser
Welt voll Mängel, wo fo vieles, was ganz
aufser aller Philofophie liegt, feinen Einflufs und. f
feine Macht zeigt, ift das Handeln nach diesen
Principien fo schwierig, ihre Anwendung für den
Richter nicht feiten unmöglich.
Als Philosoph die Sache betrachtet, gehe
ich Herrn Feuerbach z. B. in feinem Räfonne-
mentin der angeführten Abhandlung ganz Recht;
ja ich bin überzeugt, dafs lieh noch fchärferA
und triftigere Gründe für feine Behauptungen
möchten aufftellen lallen. Aber dies geht alles
nur die Sache an ßch an, und der Richter wird
dem Philosophen>immer zurufen muffen: fo
sollte es eigentlich feyn, nur ift es nicht immer
fo, und nicht wenige Verbrecher bestimmen,
trotz deinen philofophifchen Gründen, äufscre,
sinnliche, wenigstens nicht philosophische Mo-
tive, gerade umgekehrt zu denken, und die
Todesftrafe nicht halb ko abfchrechend zu finden,
als irgend eine andre Strafe, Mancher liefse
lieh vielleicht, wenn es von ihm abhienge, sie-

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