Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1803))

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kaum alle Jahr cinmahl zu Theil wiril. Dieter
reiche, angefehene Bürger hat mit einem Men
fclien von der niedrigsten Klaffe, der arm, roh
und bey den geringsten Bedürfniffen ausgewach-
sen ist, dem Brodt und Waffer in der Regel hin-
reichend zur Leibesnahrung waren, ein gleiches
Verbrechen begangen, die Gefetze verurtheilen
beyde zu Einem Jahreinfachen Veftungsarreft;
aber der Richter, welcher die Strafe soll voll-
ziehen laßen, sieht lieh genöthigt, dieselbe in
eine andere zu verwandeln, weil in feinem Lan-
de weder Veftung noch Zuchthaus anzutreffen
ist. Wenn nun diefer Richter beyde Verbrecher
auf gleiche Art behandeln, und allenfalls nach
den Grundsätzen eines Quißorps verfahrend,
jene ohne Unterschied der Perfon, mit vier-
zehntägigem Gefängnifs bey Waffer und Brod,
und hernach mit dreifsig Peitschenhieben he-
strafen wollte; würde bey einer solchen Strafe
der eine Verbrecher nicht hundertmal ärger be-
handelt werden, wie der andere? Dem Einen
wären hier die vierzehn 'Page Gefängnifs ohn-
streitig eine Ruhe, die er sehr leicht ertragen
könnte und würde, und was das Waffer und
Brodtnebft der Züchtigung anbetrifft; fo muss-
te er lieh mit jeuem vorher auch behelfen, und
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