Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1803))

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nach meiner Ueberzeugnng, nicht leicht mög-
lich , ihe Sache beftimmt und für alle Falle an-
wendbar aufs reine zn bringen , und den Kno-
ten befriedigend zu löfeu, Eben die Ungleich-
heit unters Gefühle ennögens bringt hier ,eine
zu grofsc Yerfchiedenheit hervor. Aber ich
glaube delfen ungeachtet doch dem Richter \ve-
nigftens /Vinke 2,11 einem lieberem und heller
genügendem Maasftabe geben zu können, als
ihm der bisher gebräuchliche einteilige darzu-
reichen vermochte. Ich glaube nämlich, dafs
man bisher fehr irrig in der Hinficht verfuhr,
dafs man den Richter blofs auf die Strafe, auf
ihren Inhalt, auf ihre Summe von Uebeln refle-
ctiren Uefs, Eben diefe Grundfätze können bey
ihrer Anwendung in concrete» Fällen nicht die
Probe halten , und es ift immer als etwas blofs
Zufälliges anzufehn, wenn lie in Praxi Genüge
leihen, da der individuelle Zuftand und dieLa-
ge der Verbrecher felbft fo ungemein verfchie-
deu ift. Ich halte deshalb vielmehr dafür, dafs
der Richter, wenn ein Fall in concreto fich
ihm darbietet, in Hinßcht delfen er das Ver-
hähnifs zweyev oder . mehrerer Strafen unter
und zueinander, berückfichtigen mufs, dafs der
Richter hier vorzüglich aufs Individuum, auf

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