Full text: Volume (Bd. 1, St. 1 (1803))

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veil in Zieler Hin ficht faft jeder Menfch fein*
figne Anliclit hat, wonach er ein Hebel be*
rächtet, nnd wonach die Affection, die cs hcy
lim hervorbvingl, bald Harker, bald fchwächer
ft. Man nehme z. B. einen vornehmen, gc-
jikleten Staatsbürger, dem von Jugend auf die
irengfien Begriffe von Ehre beygebracht und
eingeprägt worden find. Diefem wird in der
Hegel ficherlich die Strafe der öfi entliehen
Brandmavkung fclimerzlicher und gröfser däuch*
ten, wie eine Todesftrafe; jene wird ebendee.
halb für ihn auch abfchreckender feyn, als letz-
tere, Die Erfahrung beftätigt dies. Wie viele
haben lieh nicht das Leben genommen, well fie
rechtswidrige Handlungen begingen, wofür der
Staat fie nach dem Gefetz entweder auf eine
ehrekränkende Art beftraft halte, oder weshalb
fie doch eine f cd che Strafe zu erhalten glaubten.
Ihr intellectuelles Gefühl wurde hier mehr durch
den Gedanken verlohnter Ehre, als durch die
Vorstellung von der Jleraubung des Lehens, und
dep SclirecknilTen des Todes aiheirt. Ehre ver-
rohren , alles verlohren» heifst es bey diesen
Leuten, ~
Man fetze nun im Gegentheil einen rohen,
ungebildeten Menfghen aus der niedrigsten

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