Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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Allein es könnte ferner eingewandt werben, daß der
Anfall in dem Tode des Testators eben darum seinen Grund
habe, weil erst durch dm Tod desselben der bis dahin am-
bulatorische Wille perfect und unwiderruflich wird, daß mit-
hin, nach der ratio legis, wenn in einem besonder» Falle,
wie hier, jene Unwiderruflichkeit des Willens schon vor dem
Lode des Erblassers eintrete, auch der Anfall anticipirt
werbe. Aber auch dieser Einwand ist unerheblich; denn er-
stens kann der Richter, um einer mit bestimmten Worten
vorgeschriebenen gesetzlichen Bestimmung auszuweichen, nicht
auf deren Grund zurückgehen; — und welche gesetzliche Be-
stimmung könnte klarer ausgesprochen sein, als die Vor-
schrift, daß der Anfall und die Transmission erst mit dem
Tode des Erblassers eintreten soll? Zweitens ist es aller-
dings unbestritten, daß bei der testamentarischen Succession
der Wille des Erblassers der entfernte Delationsgrund ist,
und dieser erst mit dem Tode des Testators perfect wird.
Allein der Grund, warum dem Tobe die Delation, der An-
fall, die Transmission zugeschrieben wird, liegt nicht blos
in der hiermit eingetretenen Unwiderruflichkeit des Willens
-— denn es kann auch eine rücksichtlich des Testators un-
widerrufliche Verordnung nicht zum Anfalle kommen, —
sondern vielmehr in der allen Rechten gemeinschaftlichen
Consequenz des Grundsatzes, daß das Vermögen des Te-
stators, so lange er lebt, überhaupt nicht als Erbschaft an-
gefthen werden kann.
Sind also zwei Testatoren vorhanden, und die Ver-
ordnungen des wechselseitigen Lesianicnts nicht von jedem
Testator für sich, sondern von beiden als Ein Wille ge-
meinschaftlich ausgesprochen, so scheint nach der bishe-
rigen Ausführung nicht eher als nach dem Tode beider
Testatoren von einem Anfalle die Rede sein zu können.
Indessen haben wir diese Folgerung zur Zeit nur ge»

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