Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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ober, wenn die Forderung erst später erfolgt, und wenn
darüber in beiden Fällen mehrere Jahre verlaufen, ehe das
Lehngeld wirklich entrichtet wird, ist auch hier erst von dem
Tage der wirklichen Zahlung der Anfang der Verjährung
zu berechnen?
Für diese Berechnung des terminus a qua spricht
nicht allein der klare Buchstabe des Gesetzes, im §. 649.,
sondern auch die Theorie vom Besitze; denn wenn auch das
Laudemium lange vor der wirklichen Zahlung gefordert
worden sein sollte, so ist doch dadurch der Fordernde noch
nicht in den Besitz gekommen, §. 80. Tit. 7.; und wie
könnte die Verjährung durch Besitz anfangen, wenn der
Besitz selbst noch nicht angefangen hat? Dazu kommt drit-
tens, daß der Verjährende diese Verspätung entweder seiner
eigenen Nachlässigkeit, oder dem Zufalle, den er selbst zu
tragen verpflichtet ist, zuschreiben muß.
So viel ist allerdings zweifellos, daß nach dem Ge-
setze der Anfang der Verjährung erst mit der wirklichen
Ausübung des Rechts eintreken soll; allein daraus folgt
noch nicht, daß nicht nach Bewandtniß der Umstände, nach
Maaßgabe der verschiedenen Arten der discontinuirlichen 1
Rechte, die verspätete Ausübung bis auf den Fall, für wel-
chen sie nachgeholt wird, zurückgerechnet 'werden könnte.
In der That ergiebt sich zwischen den Rechten, die
nur zu gewissen Zeiten oder in gewissen Jahren,
und zwischen denen, die nur bei gewissen Gelegen-
heiten ausgeübt und benutzt werden können, ein Unter-
schied, der in dem Sachverhältnisse selbst liegt.
Im ersten Falle kann, der Natur der Sache nach,
buchstäblich nur von der Zeit der ersten Ausübung an ge-
rechnet werden, weil entweder hierdurch die Zeit selbst erst
bestimmt wird, odev doch ein früherer Zeitpunkt, auf den
sich die Ausübung beziehen könnte, gar nicht vorliegt. Für

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