Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

457
eit ad minuendam legitimam, bei Berechnung des Pflicht-
thcils selbst also keine Accrescenz statt fand 72): so galt sie
dessen ungeachtet der der querela inofficiosi7S). Und zwar
galt und gilt bas Accrescenz-Recht bei der Quere!, weil
dieselbe, ihrem Grunde nach,.auf Rescifflon des Testamen»
tes gerichtet ist 74). In Folge dieser Rcscisstou wird die
Erbschaft ab intestato deferirt, und deshalb stehen die. auf
gleiche Weise zur Jntestat-Succession berechtigten Notherben
durchaus in dem Verhältnis! der Miterben zu einander.
Diese ursprüngliche Natur der Quere! ist durch die Ein-
führung der legitima in nichts geändert worben, indem
dieselbe, als Mittel für den Erblasser ad excludendam que-
relam erfunden, nur die Befugniß zu queruliren beschränkte,
nicht aber ein Recht der Notherben war.
Während also, wenn von drei Söhnen der Erblasser
den einen auf ein Neuntel eingesetzt, die beiden andern aber
aus einem gesetzlichen, aber unwahren, Grunde enterbt
hat, und der eine von diesen letztem die Quere! repudiirte,
der erster« deshalb die Jnoffieiositäts-Klage nicht anstellen
kann, weil er seinen Pflichttheil erhalten, indem bei der
Berechnung desselben, ungeachtet jenes Verzichtes bes ei-
nen, die beiden enterbten Brüder partem faciunt; so er-
hält der andere enterbte Bruder durch die Querel die Hälfte
des Nachlasses, weil diese Quote ihm zufallen würde, wenn

72) Mühlenbruch, doctr. Pand., §. 494. Glück, Erläut.
der Pand., Th. VII. S. 68 flg.
.73) Mühlenbruch, a. a. £>., §. 580. Glück, a. a. O., S.
432 flg. i
74) Mühlenbruch, a. a. O., §. 581. Glück, a. a. O., S.
358 flg. ^besonders aber vgl. 6er. IX00dt, commentar, in Dig.
Ir. t., tom. II., operum ed. 3. p. 133. 134.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer