Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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terirten, oder ohne gesetzmäßigen Gninb enterbten Descen-
denken, durch Anerkenntniß des Testamentes aufgegebene,
oder durch Verjährung verlorene Pflichttheilsklage, so fern
nur deren Bedingungen in ihrer Person vorhanden sind,.
auf sie übergehen. '
Zwar bestimmt der §. 505. b. T-:
„Haben die Abkömmlinge des Verstorbenen sich ihres
Erbrechts begeben: so können, wenn diese den Erbanfall
erleben, die Ascendenken einen Pflichtteil nur in so weit
fordern, als die Entsagung ausdrücklich zu ihren Gun-
sten geschehen ist."
Man darf indeß diese Verordnung nicht mit Bielitz,
a. a. £>. S. 547., von einer jeden Entsagung verstehen.
Denn der Zusatz: „wenn dieselben den Erbanfall erleben,"
zeigt evident, daß hier von einer bei dem Leben des Erb-
lassers geschehenen Entsagung, also nicht von einer Ent-
sagung im eigentlichen Sinne des Worts, von einer ein-
seitigen Willenserklärung, sondern von einem pactum suo-
eosLvrium renunciativum bte Rede ist. Und in diesem
Falle können allerdings die Ascendenken nicht eintreten, wenn
durch den Anfall der Erbschaft an die Descendente» jenes
xaotum wirksam geworden ist, weil eben dann die Descen-
denten, durch die Abtretung desselben an einen Dritten, von
ihrem Erbrecht Gebrauch gemacht haben.
Es liegt daher im Gegentheil ein Beweis für die Rich-
tigkeit der obigen Folgerung in jener Disposition. Denn,
da sich dieselbe nur auf einen besonder» Fall des Verzich-
tes bezieht, und für diesen etwas, was zwar auch aus
dessen Eigenthümlichkeit folgt, aber doch als Besonderes,
als eine Ausnahme, festsetzt; sh bestätigt grade diese Aus-
nahme die Anwendung des. allgemeinen Grundsatzes: „daß

der Beweis für die Nichtigkeit der im Texte geschehenen Anwendung,
des §. 504. auf den Fall der Prätention.

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