Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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than habe, jenes Recht, als das, was es an sich ist, als
ein dingliches Recht, sich geltend mache. Weil mithin
alsdann die Pflichttheils-Berechtigten dasselbe gegen jeden
Besitzer von Erbschafts-Sachen verfolgen können, so war
es nöthig, zu bestimmen, wie diejenigen, welche die Noth-
erben abfanden, unter einander sich auszugleichen hät-
ten. Dieß ist die Bedeutung der §4. 434 u. 435.: sie sind
das Gesetze aus-welchem die Erben und die Legatare im
ersteren Falle von den Uebrigen, deren Antheil an den Ab-
findungen der Notherben, im letzteren Falle von dem Einen,
welcher auf die Portion derselben instituirt war, alles, was
sie diesem herausgeben mußten, condiciren ss).
4) Das Recht der Notherben auf einen Pflichttheil
kann nun aber der Erblasser denselben, aus gewissen Grün-
den, ganz entziehen und schmälern, aus andern, ihnen die.
Verfügung über den Pflichttheil beschränken, und in allen

55) Unrichtig ist es, daß Bielitz, Comm. Bd. V. S. 530.,
den §. 434. durch den §. 334. Tit. 12. Th. I. modissciren will, und
demgemäß behauptet: daß die Legatare nur dann zum Pflichttheil beü
zutragen hätten, wenn der übrige Nachlaß dazu nicht hinreiche. Dem
oben S. 420. extrahirten Theile der Anmerkung zum §. 322. Tit. 2.
Th. 1. des Entwurfs fügt nämlich Suarez noch hinzu: „Nur so
viel kann das Gesetz mit Grunde vermuthen, daß der Erblasser, wenn
er sich den Fall einer Schwächung der Masse durch den, von dem
enterbten Kinde hinweg zzr nehmenden pflichttheil gedacht hätte, den
Testamentserbcn mit Legaten und andern Abgaben weniger belastet
haben würde; woraus folgt, daß die Abfindung des Kindes mit sei-
nem Pflichttheile nicht den Erben allein, sondern auch die Legatarien,
nach Verhältniß ihrer Theilnehmnng an der Masse, treffen müsse."
Hieraus folgt, daß man absichtlich, und aus guten Gründen, in die-
sem besonderen Fall von der sonstigen Regel abgewichen ist. Oer
§. 331. ist, in so weit er des Beitrags zum Pflichttheil erwähnt, eine
lex fugitiva, wie so mancher andere.

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