Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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der, je nachdem bis zwei, oder bis vier, oder mehr , als
vier Kinder vorhanden sind, auf . ein Drittel, die Halste,
oder zwei Drittel festgesetzt. 34)

34) „Dagegen" beißt es in der Anmerkung zum §. 306. Tit. 2.
Th. I. des Entwurfes: >,hat man den Betrag des Pflichtiheils All-
gemein auf die Hälfte der Jntestat-Portion bestimmt; da die Anzahl
der Kinder an und für sich, in dem V.erhältniß der Eltern gegen
fte nichts ändert, und also auch keinen hinreichenden Grund, den Be-
trag deS PflichttheilS verschieden festzusetzen, enthalten kann." Bei
der Umarbeitung des Entwurfes hat man aber das Motiv, welches
Zustinian in der Novelle 18. (f. die praelatio derselben) zur Erhö-
hung des PflichttheilS bestimmt hat, daß nämlich die Erbportionen,
bei einer größeren Zahl von Kindern, sich immer mehr verkleinern,
und es daher billig sei, in eben dem Maaße die legitima zu ver-
größern, für richtig gehalten, wie Suarez Aeußerung in den im
Staatsrath bei der Schluß-Revision des Landrechts gehaltenen Vor-
trägen, S- 164. 165. des besonderen Abdruckes derselben, ergiebt.
„Die Absicht" heißt es hier, „warum die Gesetze den Kindern die
legitima conservirt wissen wollen, sei doch unstreitig die- damit Kin-
der, die nach der Natur und der darauf gegründeten Zntestaterb-
folge den ganzen Nachlaß ihrer Eltern zu erwarten haben, dieser
Hoffnung nicht ohne erheblichen Grund, aus bloßer Willkühr oder
Eigensinn des Vaters verlustig gehen, wenigstens so viel davon erhal-
ten möchten , als nöthig sei, um in dem Stande, zu welchem sie ge-
boren, in der Lebensart, dem Beruf.oder Gewerbe, in welche sie
durch Erziehung und väterliche Bestimmung gesetzt worden, einige
Unterstützung ihres weiteren Fortkommens zu finden. Darin liege
es, daß die legitima nicht zu niedrig bestimmt werden müsse." AuS
diesem Grunde ward in dem Gesetzbuchs und demnächst im Land-
recht, Th. II. Tit. 2. §. 392., der Pflichtteil der Kinder, wie oben
angeführt, bestimmt. — Da nun aber den Ascendenten, so wie den
Ehegatten, die Hälfte ihrer Erbportion als Pflichttheil gelassen wor-
den, §. 592. Tit. 2., §. 631. Tit. 1. Th. II. des A. L. R.; so ist
durch jene Abweichung die Jneongruenz entstanden, daß z. B. bei
einem Vermögen des Erblassers von 9000 Rthlrn., dessen einziger
Sohn nur 3000 Rthlr. als Pflichttheil zu fordern hat, wogegen,
falls der Erblasser seinen Vater und keine Descendente» hinterließe,

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