Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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und trugen auf eine in das Provinciale Gesetzbuch aufzn-
nehmende Bestimmung an, daß die versäumte Eintragung
der Agnatkonsrechte immer noch nachgeholt werden könne,
indeß, wenn ein Lehnsbestßer oder sonstiger Interessent Wi-
derspruch dagegen erhöben, die Sache im Wege Rechtens
erörtert und entschieden werden müsse.
Conferenz-Acten, vol. IV. fol, 251.
Eine solche Bestimmung scheint, was die Vergangen-
heit betrifft, um so zweckmäßiger, als durch die veränderte
Verfassung die Anordnungen des Edicts vom 4, August
1763 fast ganz außer Gebrauch gekommen find.
Wie oben erwähnt, war bei Aufhebung, des lehns-
herrlichen Nexus die Einrichtung der Ritterschafts-Colle-
gien in jeder Provinz, Behufs der Führung eines Succes-
sivus- und eines Landbuchs, erfolgt, bei welchen nach dem
Edict vom 4. August 1763 jeder Agnat und Gesammthän-
der binnen den bestimmten Fristen seine Rechte anmelden
sollte. Zur besseren Controlirung, ob dies gehörig gesche-
hen, sollten die Landräthe und Kreis-Directoren, welche
damals alljährlich dem Lehns-Departement Vasallen-Tabel-
len einreichen mußten, worin die vorgefallenen Verän-
derungen bemerkt waren, diese Tabellen vor der Einreichung
dem Ritterschafts-Collegium communiciren, Letzteres wurde
angewiesen, dieselben mit dem Land- und Succesfiynsbuche
zu vergleichen, die Besitzer, die ihre Besitztitel noch nicht
hatten berichtigen lassen, daran zu erinnern, den Gesammt-
händem und Agnaten aber, die sich binnen der im Edicte
bestimmten Frist gehörig gemeldet hatten, darüber eine Be-
scheinigung zu ertheilen, ohne welche die Landes-Iustiz-
Collegken keinen zur Leistung des Unterthänigkeits-Eides
sich meldenden Lehnsberechtigten zur Leistung des Eides ver-
statten sollten; §§. 2. 4. 12. 16. des Edicts von 1763.

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