Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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geführt. Dadurch fand das im corpus juris mit ent-
haltene longobardische Lehnrecht auch in der Mark Ein-
gang,
vergl. Landtags-Receß v. II. Juni 1611 ad nr. 19.
Mylius, Th. VI. Abth. I. Col. 223.,
wie Scheplitz, !. c. p. II. tit. I. §. 4., ausdrücklich an-
führt:
„darumb auch in Lehnsachen Kaiser-Recht gehalten wird,
Wie auch mit etzlichen Fällen in judicio contradictorio
bewiesen werben kann."
Obwohl nun das longobardische Lehnrecht grade in
den oben angeführten Grundsätzen vom sächsischen Rechte
bedeutend abweicht, und insbesondere zur Begründung der
Lehnfolge den Nachweis gemeinschaftlicher Abstammung vom
ersten Erwerber des Lehns bei Seitenverwandten für genü-
gend erachtet, weil die Belehnung fämmtliche Descenden-
te» des Beliehcnen an sich schon mit umfasse: so wurde
dennoch in der Mark der Grundsatz festgehalten, daß bei
Collateralen die gemeinschaftliche Abstammung allein noch
nicht hinreichend sei, die Lehnfolge zu begründen, vielmehr
außerdem noch die Aufnahme zur gesummten Hand und
die Verfolgung derselben von Fällen zu Fällen nachgewie-
fen werden müsse.
Dies bezeugt das am Freitage nach Lucae Evange-
listae anno 1586 vom Kammergerichte, auf Veranlassung
der Gebrüder Gans von Puttlitz, bei Gelegenheit einer
Lehns-Apertur, ausgestellte, in ' ' -
Mylius, Th. II. Abth. V. Col. 13 — 16.
aufgenommene Attest, worin es heißt:
„Wir Sr. Churfürstl. Durchlaucht vcrordnete Cammer-
gerichts-Räthe thun kund und bekennen gegen jcdcrmän-
niglichen u. s. w., zeugen demnach Krafft dieses, daß es in
diesen Landen im üblichen Gebrauch gehalten auch darnach

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