Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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entweder ein besonderes eigenthümliches Recht, gewöhnlich
das Stadtrecht einer schon früher gegründeten Stadt, zu
verleihen, in welchem die nöthigen Vorschriften für den
städtischen Verkehr und die städtischen Verhältnisse bereits
berücksichtigt worden waren, oder sie an den Schvffenstuhl
einer solchen Stadt in streitigen Fällen zu verweisen, um
dessen Belehrungen (Weisthümer) sich zur Richtschnur die-
nen zu lassen. Daher kam es denn, daß in der. Regel die
Stadtrechte von den Vorschriften des Landrechts der näm-
lichen Provinz abwichen, oft bedeutend, und außerdem sich
wieder besondere Willküren und Statuten in den einzelnen
Städten bildeten. :
■ Da in den Sachsenlanden, und besonders in Ostpha«
len, das Magdeburger Stadtrecht m großem Ansehen
stand, und schon unter den Kaisern Otto II. und Lothar
II. das gestimmte Sachsen- und Slavenland, in Beziehung
auf die Rechtspflege, hauptsächlich an das Magdeburger
Gericht verwiesen war,
v. Kamptz, Grundlinien, 4- 3., in Math is Monatsschr.
■. Bd. XI. S. 48., , • .
so war es ganz natürlich, baß nach Eroberung der Mark
die zuerst erbauten Städte, namentlich Stendal und Gar-
delegen, mit dem Magdeburger Rechte bewidmet wurden,
so wie auch ursprünglich Brandenburg seine Weisthümer
aus Magdeburg holen konnte.
Vgl. Diez, Archiv Magdeburgscher Rechte, Th. I. S. 8.
Schon im 13ten Jahrhunderte unterblieb indeß die
unmittelbare Bewidmung märkischer Städte mit dem
Magdeburger Recht. Die seit dieser' Zeit entstandenen
wurden an märkische Städte, die schon damit bewidmet
waren, verwiesen, und das Recht, Weisthümer zu ertheilen,
wurde einheimischen Städten verliehen. Auf diese Weise
wurden das Stendalsche und Brandenburger Stadtrecht

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