Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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auch die Mark als ein Theil des Sachsenlandes betrachtet. -)
Die neuen sächsischen Ansiedler brachten ihre Sitten und
Rechtsgebrauche mit hierher, wahrend von denen der ur-
sprünglichen Bewohner bald fast jede Spur sich verlor.
Demgemäß ward denn auch die Grundlage des gesammten
Privatrechts in der Mark das ebenfalls nur auf Gewöhn,
heit und Herkommen beruhende, alte sächsische Land- und
Lehnrecht, und es genoß die im 13ten Jahrhunderte von
Eike von Repgow veranlaßt, unter dem Namen des
Sachsenspiegels bekannte, Sammlung dieser Gewohnheiten
auch in der Mark bei den Gerichten das entschiedenste An-
sehen.
Dies ergiebt nicht nur die ältere Glosse zum Art. 12.
Buch II. des Sachsenspiegels, wo es heißt:
„Alse thu Myssen oder thu Brandenburg oder thu Lufsis
wan desse hebben Seßsisch Recht;"
sondern es waren auch märkische Edle, namentlich die Her-
ren von Buch, die den Sachsenspiegel mit erläuternden
Anmerkungen versahen, in diesen Glossen die Abweichungen
des märkischen Rechts von dem gemeinen Sachsenrechte (de-
ren hauptsächlich sechs aufgezählt werben a)) bemerkten, und

2) Die Vorrede zum Sachsenspiegel rechnet zum Sachsenlande,
wo nach Land - und Lehnrecht Urtel gefunden und gefolgt worden,
außer den Gebieten der daselbst benannten kleinern Grafen und Frei-
herren, die Lande Anhalt, Brandenburg, Orlamünde, Meißen, Bre-
men, Thüringen, Blankenburg, Wettin, Cottbus, Braunschweig, Lü-
neburg, Wernigerode, Halberstadt.
3) In der Glosse zum Art. 12. Buch II. deS Sachsenspiegels
find diese Abweichungen folgendergestakt angegeben:
„Das erste is: das in der Mark kein Königsbann ist; das andre
das darin kein Schöppenbarfrei Ampt ist; das dritte das kein Schult-
heißenthumb darin sind wie hier; das vierde das daselbst sonderliche Ge-
richt und Recht verliehen sind; das fünfte das die Gebawern in der
Mark an Güttern erbe haben, dazu sie nicht geboren sind; das sechste
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