Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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Dagegen konnte er, nach den in Sachsen gültigen ge-
meinen Rechten, seine nützlichen Verwendungen in das Hei-
rathsgut (impensae utiles), so wie die impensae neces-
sariae, sofern sie immodicae, d. h. im Verhältnisse zu dem
Nießbrauche der Jllaten, von Beträchtlichkeit waren, von
den Erben ersetzt verlangen.

Nachlasses seiner Ehegattin, wovon der Ursprung nicht in der völlig
unerwiesenen Ausschließung des weiblichen Geschlechts vom Besitz der
beweglichen Güter, sondern darin zu suchen ist, daß das (unbeweg-
liche) Eigen der Frau, wie alles Eigen, dem Rechte des nächsten Er-
ben nicht entzogen werden konnte, in Ansehung der von der Frau cin-
gebrachten fahrenden Habe aber (mit Ausschluß der Gerade), der
Mann nur juristisch erhielt, was er, vermöge der ehelichen Vormund-
schaft, daran schon vorher factisch ausgeübt hatte."
§. 321. „Gegenstände dieser Erbfolge sind außer den eigentli-
chen Mobilien auch a) alles, was ehedem zur Gerade gerechnet wor-
den ist; b) alles baare Geld, sogar das durch den Verkauf der, der
Frau zuständig gewesenen, Grundstücke gelöste; c) außenstehende Ca-
pitalien, selbst hypothekarische; d) unbezahlte Kaufgelder und Tage-
zeiten, ohne Unterschied, sie mögen bei Lebzeiten der Frau schon be-
tagt gewesen sein oder nicht; e) betagte Erbegelder; f) gefällige Ren-
ten und Zinsen; g) das Inventarium der von der Frau hinterlassenen
Grundstücke; li) die vor dem Tode der Frau erhobene Ausbeute der
Bergtheile; i) Waarenvorräthe, Handlungen und Viehheerden, und
k) die Hälfte der Hochzeitgeschenke, welche der Frau bei Lebzeiten
eigenthümlich gehörte. Mithin kann von der Zurückgabe des einge-
brachten Vermögens an die übrigen Erben der Frau nicht die Rede
sein, so weit es in Fahrnis besteht. Vielmehr ist der Ehemann be-
rechtigt, sogar die Nachzahlung des blos versprochenen, aber nicht
wirklich zugebrachten, Heirathsgutes dieser Art, nebst Verzugszinsen,
vom Anfänge der Ehe an gerechnet, zu verlangen."
§. 324. „Von der Erbfolge in den Jmmobkliar - Nachlaß ist
aber der Ehemann gänzlich und selbst in dem Falle ausgeschlossen,
wenn die Derlassenschast der Frau allein oder größtentheilS in Im-
mobilien besteht, oder der Mann kein eignes Vermögen besstzt."

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