Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

270

Sache ist beim alten geblieben: er hat während der Besitz»
zeit gelitten, was er zu leiden hatre, und mit dem Besitz
hat auch die Verpflichtung in Bezug auf die Hypothek auf»
gehört. Selbst wenn der Verkäufer in Folge feiner persön-
lichen Verpflichtung den Gläubiger bezahlen muß, so hat
der Käufer aus dem Kaufcontracte keine Pflicht, ihn zu
entschädigen; der Verkäufer kann sich nur in so weit an
ihn halten, als er in die Rechte des befriedigten Gläubi-
gers tritt; diesem war der Käufer aber (welches Gegenstand
der zweiten Frage werden wird) nur durch den Besitz des
Grundstücks und mit demselben verpflichtet; hat dieser Be-
sitz also aufgehörr, so braucht er dem Verkäufer, als Ces-
sionar des Gläubigers, nicht weiter gerecht;» werden; mit-
hin noch weniger, wenn der Verkäufer diesen nicht befriedigt
hat, sondern nur auf Befreiung von dem Schuldnepus klagt.
Diese ganze Deduction zerfallt indeß, wenn man er«
wagt, baß nicht blos die Nebenverbindlichkeit, das Pfand-
recht, sondern die Hauptverbindlichkeit, die Schuld des
Verkäufers, Gegenstand der Verabredung der Contrahen-
te» ist.
Der Verkäufer läßt sich von dem Käufer den Abzug
eines, dem Hypotheken-Capital entsprechenden Theiles des
Kaufpreises gefallen; seine Entschädigung dafür ist feine
Befreiung von der persönlichen Schuld. Daß dies allein
die Absicht der Conkrahenken fein könne, zeigt sich ganz klar
aus der Widersinnigkeit des Gegensatzes — nämlich der
Annahme, baß der Verkäufer, mit Aufopferung jenes Theils
der Kaufgelder, dennoch persönlicher Schuldner bleiben, und
der Käufer nur mit dem Gute dafür haften solle.
Es ist sonach gar kein Grund vorhanden, die Absicht
der Contrahenten, bei Uebernahme einer Hypothekenschuld
auf Rechnung der Kaufgelder, anders als bei Uebernahme
einer Schuld überhaupt zu deuten, wie der 4.399. Lit. 14.

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer