Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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thum.. Ct setzt dabei voraus, daß, was geschieht, aus Ge-
fälligkeit geschehe, während es doch viel natürlicher ist, an-
zunehmen, daß, was geschieht, auf Grund eines Rechtes
geschehe. Ist es nicht zu rechtfertigen, daß aus Gefällig-
keiten Rechte entstehen, so ist es gewiß noch viel weniger
zu rechtfertigen, daß aus bloßer Besorgniß, Gefälligkeiten
möchten Rechte erzeugen, dem wirklich Berechtigten sein
Recht genommen, oder mit andern Worten, an Bedingun-
gen geknüpft wird, die nicht zu erfüllen sind. Unstreitig
hat doch derjenige, dessen Eigenthum durch den factischen
Zustand beschränkt werden soll, weit mehr Veranlassung,
seinen Widerspruch zu äußern, als der Andere, der im ru-
higen Besitze ist, sich ein Anerkenntniß des Gegentheils zu
verschaffen.
Genug indeß: Suarez Ansicht fand keine Billigung,
»md man kam auf den Ausweg, die Verjährung zwar nicht
auszuschließen, aber einen strengen Beweis zu fordern;
man verlangte den Beweis: daß eine streitige Be-
fugniß als ein wirkliches Recht, und nicht ver-
möge einer bloßen Vergünstigung, in Besitz ge-
nommen worden. Dadurch wird aber, in so fern etwas mehr
als der zur possessio nothwendige animus possidendi
erfordert werden sollte, auf ein Moment hingewiesen, das
über den Besitz hinaus liegt. Dies Mehrere kann nichts
anders sein als der Titel; ein Mittelding kennen wir nicht.
Somit giebt sich von selbst die Auslegung, welche das Ge-
heime Ober - Tribunal angenommen hat, daß nämlich der
4- 14. eit. nur dann anwendbar sei, wenn es zur Verjäh-
rung überhaupt eines Titels bedarf, also nur bei der prae-
scriptio ordinaria, nicht bei ber' praescriptio longissimi
temporis. Sollte der 4. 14. auch in diesen Fällen zur
Anwendung kommen, so würde das heißen: jedesmal
einen Titel erfordern, und dies, wird vom Gesetze

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