Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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Gegenstandes; A. L- R- Th. I. Tit. 2. §§. 131 —134 2),
2) Die §§. 131 - 139. Tit. 2. Th. 1. des A. L. R. sind in
dem, bei der gegenwärtigen Gesetz-Revision von der Deputation für
das XIII. Pensum vorgelegten Entwürfe, in den §§. 133 —141. dess.
Tit. wörtlich wiedergegeben; Gesetz-Revision, Pensum XIII. Ent-
wurf S. 14. 15. Zn den Motiven zu diesen §§. 133—141.
heißt es:
„Die Erwerbung der Rechte auf eine Sache ist in diesen Para-
graphen auf den Unterschied zwischen Utulas und nwäus seguirenür
zurückgeführt.
Diese Sätze sind das Resultat einer Lehrmethode, welche in dem
vorigen Jahrhundert so allgemein verbreitet war, daß man sie beinahe
m allen Handbüchern jener Zeit findet. In dem allgemeinen Land-
rechte ist der Gegenstand zwar nicht so vorgetragen, als ob man un-
ter dem i!tulu8 immer eine Forderung, und unter dem inoöus
geyuirenöi die Besitzergreifung verstehen müsse; sondern unter Ti-
tel ist allgemein der gesetzliche Grund gedacht, vermöge dessen eine
äußere Handlung oder Begebenheit die Kraft hat, eine Erwerbung
hervorzubringen; allein auch diese Oarstellungsweise wird wohl nicht
ohne Grund getadelt, weil darin nichts Anderes liegt, als eine Ueber-
tragung der ganz allgemeinen Begriffe von Möglichkeit und Wirk-
lichkeit auf die Rechtserwerbung.
Unter denen, welche den bei der angedeuteten Lehrmethode zum
Grunde liegenden Jrrthum gezeigt haben, ist vorzüglich zu bemerken
Hugo (Civilist. Magazin Bd. 1. S. 226., Bd. 3. S. 88., Bd. 4.
S. 137 — 184., und Lehrbuch des heutigen römischen Rechts, 5te
Ausgabe §. 92.).
Wir haben aber dessenungeachtet die vorliegenden Bestimmungen
nicht nur als unschädlich beibehalten zu dürfen geglaubt, sondern
sind überdies der Meinung, daß sie, wenn das allgemeine Landrecht
im Ganzen seine jetzige Gestalt behalten soll, gar nicht mehr entbehrt
werden können. Allerdings giebt es Erwerbungsarten, bei denen der
Utulus und moäus aeguirenäi zusammenfallen, wie z. B. bei reinen
Schenkungen beweglicher Sachen; — andere, bei denen kein wollus
seymrenäi unterschieden werden kann, wie z. B. beim Erbrechte nach
§. 368. Tit. 9. Th. I.; — und wiederum andere, bei denen der Satz
unrichtig ist, daß die Erwerbung eines Rechts auf fremde Sachen
ein vorhergehendes Recht zur Sache voraussetze, wie z. B. bei vielen

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