Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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„Das Kaufgeld ist für geborgt anzufehen, wenn der
Verkäufer wegen der im Contracte vorbedungenen, und
bei der Uebergabe nicht geleisteten, baaren Zahlung des
Kaufgeldes, die gerichtliche Klage innerhalb acht Tagen
nach der Uebergabe nicht anmeldet."
§. 224. 2) Lit. 11. Th. I. des A. k- R.
„Einem abwesenden Verkäufer läuft diese Frist erst von
der Zeit an, da er von der nicht erfolgten Zahlung Nach»
richt erhalten, und sich zur Klage bei dem gehörigen
Richter hat angeben können."
§. 225. ibid.
Hier finden wir, mit Ausnahme her Aenderung in
Bezug auf die Zeit, diefelben Bestimmungen wieder3). Was
hätte aber wohl die Absicht sein können, diese achttägige
Frist im Fall des Concurses auf drei Tage herabzusetzen,
da, wenn der Verkäufer in Gemäßheit der §§. 224.225. dt,
alles thut, was zur Sicherung seiner Rechte gereicht, die

2) 6k. §. 86t. I. c.
3) Merckcl, im Commentar zum §. 309b., macht auf diesen
Widerspruch aufmerksam. Grävell, im Commentar zu den Credit-
Gesetzen, Bd. II. S. 184., in der Note zum gedachten §., findet
die Bemerkung Merckels nicht gegründet; ex unterscheidet zwischen
dem Verlust des Vindicationsrechls, und der persönlichen Klage;
ersteres existire nach dem dritten Tage gar nicht mehr, die Versäum-
niß der achttägigen Frist dagegen habe zur Folge, daß auch die per-
sönliche Klage auf Aufhebung des Contracts erlösche.
Dieser von Grävell gemachte Unterschied ist aber willkührlich
angenommen; er findet in den Worten des Gesetzes selbst seine Wi-
derlegung.
Der §. 226. Tit. II. Th. I. des A. L. N. und der §. 309 V
Tit. 50. der Proceßordnung sprechen beide von dem Ausschluß der
Vindieation in dem Falle, wenn das Kaufgeld für creditirt ange-
nommen werden muß.

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