Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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Nach anderen Gesetz stellen ist indeß nicht zu bezweifeln,
daß schon der Verzug des Gläubigers in der Annahme, auf
die Verbindlichkeit des Schuldners von Einfluß sei; I. 23.
H. ult. I. 24. D. de receptis (IV. 8.), I. 72. D. de So-
lution. (XLVI. 3.), 1. 122. §. 5. D. de verborum
oblig. (XLV. 3.). Man muß deswegen annehmen, daß
die Deposition in den erst allegirten Gesetzstellen nur als
Vorsichtsmaaßregel angerathen, ober blos in Beziehung auf
gewisse Arten von Zinsen geboten worden ist.
Pufendorf, observ. juris univ. T. III. obs. 168.,
hat in einer besonder» Abhandlung auszuführen gesucht,
daß die angebotene Zahlung den Lauf der vorbedunge-
nen Zahlung nicht hemme.
Voet in seinem Commentar ad Pandectas lib. XXII.
tit. 1. §. 17. geht noch weiter. Er unterscheidet zwischeit
der mora ex re, und ex persona. Zinsen, welche zufolge
Verabredung, oder propter moram ex re, zu entrichten
sind; — das heißt, ohne Aufforderung des Gläubigers,
weil etwa der bestimmte Zahlungstag verstrichen ist, oder
weil der Grund zur Zinszahlung in der Sache selbst liegt,
— sollen bis zur gerichtlichen Deposition fortlaufen. Zin-
sen dagegen, welche propter moram ex persona — das
heißt, weil der Schuldner durch die Aufforderung des Gläu-
bigers in Verzug gesetzt ist, — zu entrichten sein würden,
sollen durch das Anbieten der Zahlung sistirt werben.
Diese abweichenden Ansichten der zur Zeit der Redac-
tion unsers Landrechts in großem Ansehen stehenden Aus-
leger des römischen Rechts geben der Frage, von welcher
Ansicht die Redactoren des Landrcchts ausgegangen sind,
ein um so höheres Interesse.
Die Vorarbeiten des allgemeinen Landrechts ergeben
darüber Folgendes.
Als Suarez den gedruckten Entwurf des Gesetzbuchs ,

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