Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

8. Ueber die Wirkungen der mora accipiendi

119

VI.
Heber die Wirkungen der morn uccipieucli.
(Zur Auslegung der §§. 22— 25. Lit. 16. Th. 1. d«S A. L- R )

Es entsteht nicht selten die Frage, welche Wirkungen
die Zögerung des Berechtigten in der Annahme einer zu
übergebenden Sache hervorbringe; ob sie einen Einfluß habe
auf die Verbindlichkeit des Verpflichteten, oder ob dieser
seinerseits nur durch gerichtliche Deposition die Folgen des
Verzuges von sich abwenben könne.
Für die Beantwortung dieser Frage haben wir keinen
andern Anhalt, als die §§. 22 — 25. Tit. 16. Th. I. des
A. L. R., von denen der §. 24. verordnet:
„Bei wechselseitigen Zögerungen tragt derjenige, welcher
sich derselben zuerst schuldig gemacht hat, die rechtlichen
Folgen davon nur bis zu dem Zeitpunkte, wo der Ver.
zug des Zweiten angefangen hat."
Könnte man diese Bestimmung aus ihrem Zusammen-
hänge herausreißen, so würde es nicht bedenklich sein, sie
auf den Fall zu beziehen, wo eine Zögerung im Geben,
und eine Zögerung im An nehmen sich gegenüberstehen.
Da jedoch in dem unmittelbar vorhergehenden 4- 23. von
gegenseitigen Leistungen die Rede ist, so wird eS
zweifelhaft, ob sich der §. 24. etwa nur auf die Erfüllung
der gegenseitigen Obliegenheit beziehen solle, oder ob
derselbe auch auf die Zögerung im Annehmen bezogen wer«

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.

powered by Goobi viewer