Full text: Volume (Bd. 2 (1834))

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Beitrag dazu liefert, so daß beider Vermögen gesetzlich ganz
gesondert bleibt.
Das erste trat ein bei der römischen Ehe mit con-
ventio in manum, welche eine successio per universi-
tatem bewirkte, und den Mann zum alleinigen Herrn des
Ganzen machte; diese Art der Ehe war jedoch schon im
römischen Rechte Antiquität geworden. Seitdem galt nur
das zweite Extrem': Do talrecht. Beide Vermögen blei-
ben geschieden, und die Lasten der Ehe treffen allein den
Mann. Nur was ihm die Frau durch einen bestimmten
Act freiwillig zur Hülfe giebt, dos, kommt ihm rechtlich
zu Gute. In Hinsicht alles übrigen Vermögens, para-
phema, verhielt sie sich zum Mann juristisch wie zu je-
dem Dritten.
Was aber in dotem gegeben war, ging in das Eigen-
thum des Mannes über, mit der Obligation zur Erstat-
tung nach getrennter Ehe. Daher war es natürlich, -aß
der Mann Dotalsachen veräußern konnte, von welcher Be-
fugniß nur der fundus dotalis aus politischen Gründe»
ausgenommen war.
Güterrecht der Ehegatten von Hasse; Berlin bei Rei-
mer, 1824.
Im alten germanischen Rechte hingegen galt das ent-
gegengesetzte Prlncip, nur in einer andern Gestalt. Die
Einheit des Lebens und der Schicksale sollte sich auch juri-
stisch im Vermögen äußern, wie bei der römischen Ehe mit
conventio in manum, aber einfacher und natürlicher, als
durch jene künstliche Universalsuccession. Die Frau unter-
wirft dem Mann all ihr Gut, aber nicht das Eigenthum,
wie bei der römischen Ehe mit conventio in manum, oder
die Rechte selbst, wie bei der eigentlich sogenannten Güter-
gemeinschaft, wo beide Ehegatten als eine juristische Person
angesehen werden, sondern sie kommen nur in die Hand des
Man-

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