Full text: Volume (Bd. 7 (1874))

Stüter: Werthanthelle. ' 283
nach römischem Recht. Der Eigenthümer hat an den Emphyteuta,
auch wenn dieser nicht der ursprüngliche Erwerber der Emphyteusis
ist, den Anspruch auf jährliche Abgaben und auf ein Laudemium beim
Verkauf; ebenso an den Superficiar. Der Nießbraucher muß die
Sache in gutem Stande erhalten und die Lasten tragen unb sogar
hierfür, wie für die ordnungsmäßige Ausübung seines Rechtes und
für Rückgabe der Sache nach beendigtem Nießbrauch Kaution bestellen.
Der Eigenthümer muß bei der servitus oneris ferendi die tragende
Mauer in Stand halten. Nach preußischem Recht muß bei allen
Felddienstbarkeiten der Eigenthümer, wenn dieselben durch lästigen Ver-
trag entstanden sind, das Grundstück in dem Stande erhalten, daß der
Berechtigte seine Befugniß darauf ausüben kann; und auch außer die-
sem Fall muß er zu dieser Instandhaltung einen verhältnißmäßigen
Beitrag leisten, wenn er sich der Sache gleich dem Berechtigten bedie-
nen will. Ztz. 35, 36 I. 22 A. L.-R.
Wenn nach der herrschenden Meinung Jedermann die Ausübung
dinglicher Rechte nur zu dulden braucht, dann ist es unerklärlich, das;
der Besitzer dem Bindicanten die Sache restituiren, das heißt ihn zum
Besitzer machen muß, und daß er die Früchte herauszugeben hat. L.
22 D. de verb. sign. (50, 16). Plus est in restitutione, quam
in exhibitione; nam exhibere est, praesentiam corporis praebere,
restituere est etiam possessionem facere, fructusque reddere.
Pleraque praeterea restitutionis verbo continentur. Die Rückgabe
der Sache durch den Verklagten ist also eine Handlung. Cr muß die
Sache auch bewähren bis zur Rückgabe, z. B. Thiere, daß sie nicht
entweichen. Es wäre ferner unerklärlich, daß der Eigenthümer von
dem, welcher sich des Besitzes böswillig entäußert hat, den Werth er-
stattet verlangen kann lediglich mittelst rei vindicatio. Hat der unbe-
rechtigte Besitzer die Sache mit einer andern verbunden, so muß er sie
trennen. Die Trennung wird mit der actio ad exhibendum erzwun-
gen. Aber diese Klage ruht auf demselben Grunde, wie die Vindiea-
tion. Aus einem Schuldverbande geht sie nicht hervor. Sie ist eine
dingliche Klage, soweit sie die Vorbereitung der rei vindicatio ist,
und letztere müßte sie mitumfassen, wenn die römischen Juristen den
Begriff der dinglichen Rechte nicht in der angegebenen Weise beschränkt
hätten. Diese Beschränkung nöthigte sie, eine besondere Klage aufzu-
stellen. ,L. 1 D. (ad exh. 10, 4.) Haec actio (ad exhibendum)
— maxime propter vindicationes inducta est.

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