Full text: Volume (Bd. 7 (1874))

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Stüler; Werthantheile.

Hypothekengläubigers sei in jeder Beziehung nach den allgemeinen
Grundsätzen des Obligationenrechtes zu behandeln, soweit nicht die
Eigenschaft der Obligation als Realobligation zu einer Abweichung von
denselben nöthige, oder die Hypothekenordnungen eine abweichende Be-
stimmung enthielten (§. 5 IV). Zn folgerechter Durchführung dieses
Satzes sagt Meibom: „Die als Hypothek bestellte Sache hastet dem
Gläubiger für die Befriedigung seines Anspruchs, aber nicht in der
Weise, daß ihm das Recht zustande, durch Veräußerung der Sache
ihren Geldwerts) herzustellen und sich daraus zu befriedigen, sondern
in der Weise, daß er durch Anrufung der gerichtlichen Hülfe die Sache
als Exekutionsobjekt zum Zweck seiner Befriedigung im Exeku-
tionswege verkaufen lassen kann. Diese Befngniß des Hypothekengläu-
bigers unterscheidet sich von der übrigens gleichen Vesugniß jedes an-
dern Gläubigers nur darin, daß er sie gegen jeden Eigenthümer der
Sache und vorzugsweise vor anderen Gläubigern geltend machen kann"
(§. 4). Dem entsprechend bezeichnet Meibom bei eintretender Snbha-
station den Eigenthümer als den Verkäufer und läßt ihn für Eviktion
hasten (§. 26 II. 1).
Sollte man nicht meinen, daß Meibom hiernach die mecklenbur-
gische Hypothek durchaus als ein obligatorisches Recht behandelte?
Allerdings als ein sehr eigenthümliches. insofern der Schuldner ledig-
lich durch den Besitz eines Grundstückes bestimmt wird, und er nur mit
dem Erlöse deffelben haftet; doch immer als obligatorisches Recht.
Denn wenn zur Verwirklichung des Rechtes eine Exekution eintritt, bei
welcher ein eigenes Recht des Gläubigers an der Sache nicht zur An-
wendung kommt, so ist auch kein dingliches Recht vorhanden. Und es
würde die Ausgabe sein, jenes eigenthümliche obligatorische Recht wissen-
schaftlich zu begründen.
Indessen Meibom will ein dingliches Recht darstellen, wie er auch
die Dinglichkeit der Reallasten betont. Die Ausdrücke: Gläubiger,
Schuldner. Exekution sind sonach nicht in dem Sinne zu verstehen, in
welchem sie bei Obligationen gebraucht werden. Der Ausdruck Obli-
gation selbst kann nicht in eigentlichem Sinne verstanden werden. Die
Darstellung der Natur der Exekution bei Meibom ist aber auf Rech-
nung des von ihm angenommenen Grundsatzes zu stellen, daß das
Recht des Hypothekengläubigers nach den Grundsätzen des Obligatio-
nenrechtes zu behandeln sei. ein Grundsatz, der nicht anerkannt werden
kann und in den Quellen keine Begründung findet. Wenn bei der

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