Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Zweier Abschn. §§.511—515. 59
rcchtniäfsigkcit desselben den alsdann vorhandenen
Repräsentanten oder der gröfseren Hälfte der als-
dannigen Mitglieder der Gesellschaft klar wird.
§. 511. Ist die Erwerbung redlich geschehen, und
die Unredlichkeit des Besitzes nur in der Folge bekannt ge-
worden, so wird die Hälfte der Gesellschaft nach demZeit-
puncte der erhaltenen Wissenschaft berechnet.
§. 512. Nach Eröffnung des ersten Urtels, durch
welches ein Besitz für unrechtmäßig erkannt worden, wird
der Besitzer in einen unredlichen Besitz versetzt, wenn sol-
ches auch noch nicht die Rechtskraft beschritten hat.
Rn. (Die alte Lehre von der Litiseontestation oder Inst-
nuation der Klage würde ich nicht beibehalten. Dieß
bewirkt keine Ueberzcugung der Unredlichkeit für den
Besitzer, nur Zweifel, und diese sollen ihn juxta §§.
504, 505. nicht prajudiciren.)
§. 513. Wer sich eine fremde Sache nicht nur wis-
sentlich, sondern auch auf eine von den Gesetzen gemißbil-
ligte Art, zucignet, ist ein gesetzwidriger oder recht-
loser Inhaber.
Rn. (Ich behielt eben so gern die Benennung praedo (Räu-
ber) bei.)
§. 514. Wer eine Sache nicht mit der Absicht be-
sitzt, sich bas Eigenthum derselben zuzueignen, wird der
natürliche Besitzer derselben genannt.
Zu §. 514. Cfr. notatum ad §. 466. Alles, was hier
vom natürlichen Besitzer gesagt wird, gilt auch vom
blofscn Inhaber.
515. Hat Jemand den bürgerlichen Besitz eben

§§. 506-511. Rl. §§. 38. 39. - §. 513. RI. H. 40. — H. 514. ,
Kl. §. 41. - §. 515. Kl. §. 44..

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