Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

V

Verjährung. Dritte Abtheilung. ,§. 528. 569
acquisitiva durch die Duldungen oder Leistungen sei-
nes Pächters oder administratoris anfangen könne?
Die Frage ist häufig, jedoch nur discursi ve, vorge-
kommen ; ich finde sie aber nirgends im Gesetzbuche
deutlich entschieden. Primo intuitu scheint es, dafs sic
keiner Entscheidung bedürfe, da sie doch wohl nur bei
juribus in re aliena, und am meisten bei Servituten,
vorkomme.
Wenn nun feststeht,
a. dafs ein im Hypothekenbuche eingetragenes
Recht per solum non usum nicht erlöschen könne,
b. dafs Servituten per solam praescriptionem nicht
erworben werden können,
scheint allerdings die Frage otieux. inzwischen bin
ich meiner Sache doch nicht ganz gewifs. Kann nicht
die Frage z. E. bei Gerechtigkeiten, die nicht einge-
tragen sind, Vorkommen? Nach dem Geiste des Ge-
setzbuches kann man, wie ich glaube, das principium
annehmen:
dafs zwar nicht gegen den Pächter, wohl aber ge-
gen den administratorem, praescriptio tam exstinctiva
quam acquisitiva anfangen könne.
Genau genommen würde freilich wohl in Ansehung
des administratoris eben das gelten müssen, was in An-
sehung des Pächters; allein diefs würde die Präscrip-
tion gar zu sehr einschränken, und den nachlässigen
Eigenthümer, welcher sich um seine Sache gar nicht
bekümmert, zu sehr begünstigen. Es scheinen mir daher
:: auch die §§. 102 —104. Tit. VII. 1) . bedenklich zu sein.
1 Klein hielt eine Bestimmung über die obige Frage deshalb
für erheblich, weil sie bei Grundgerechtkgkeiten, welche
eine dauernde Anlage erfordern, ingleichen bei Zwangs-
und Banngerechtigkeiten, welche nicht auf die Grundstücke
der Verpflichteten eingetragen würden, oftmals vorkom-
1) Cf. die tztote zu §. 102. (103.) eit., S. 365.

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