Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

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Verjährung. Zweite Abtheilung. §. 486.
Ad §. 482. ist ein Monent der Meinung, daf« Jeder
Privat-Widerspruch die Verjährung unterbreche; (n. 38.)
Ein anderer will hingegen die Erwähnung der Pri-
vathandlungen, welche den Besitzer von der Unrecht-
mäfsigkeit seines Besitzes überführen, ganz weglassen,
weil dieses Ueberführtsein eine blofse operatio mentis
wäre, die der Richter doch niemals beurtheilen könne;
(n. 20.)
Der Text hält aber, metues Erachtens, unter beiden
extremis das rechte Mittel. Ein blofser Privat- Wider-
derspruch ist an und für sich offenbar noch nicht hin-
reichend, den Besitzer in malam fidem zu setzen, und
darauf kommt es doch nur an. . Er kann aber so be-
schaffen sein, dafs er diese Wirkung hervorbringen mufs,
und die Ueberführung des Besitzers von der Unrecht-
mäfsigkeit seines Besitzes kann sich gar wohl durch
aufsere unzweideutige Zeichen manifestiren.
10) Ad §. 483. nehmen sich viele Monenten der
Pfändung an, und halten solche für ein bequemes Mit-
tel, die Verjährung zu unterbrechen, ohne sogleich ei-
nen Procefs anfangen zu dürfen; (n. 10. 19. 35. 36.)
Ich würde aber simpliciter bei dem Texte stehen
bleiben. Die bei Pfändungen verübte Privatgewalt kann
unmöglich ein schickliches Mittel sein, den Gepfände-
ten von der Unrechtmäfsigkeit seines Besitzes zu über-
führen; sie kann also auch seine Verjährung nicht un-
terbrechen. Auch verdient dergleichen Privatgewalt
nicht, dafs man sie durch Beilegung solcher rechtlichen
Effecte begünstige. Das Gesetz giebt dem, der nicht
gleich klagen will, ein schicklicheres Mittel, nämlich
die Einlegung und Insinuation einer gerichtlichen Pro-
testation.
11) Ad §§. 484. 485. giebt die Bestimmung gegen
denjenigen, wider welchen verjährt werden soll, zu
Zweifeln und Zweideutigkeiten Anlafs. Ponamus: Ca-
jus hat eine Uhr, die Titio eigentlich gehört, 7 Jahre
III. Bd. IS u. 2S St. 35

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