Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

30 Besitz. Erste Abtheil. Erster Abschn. §§. 149—156.
so lange bas Zeichen daran zu erkennen ist, für fortgesetzt
geachtet. '
§. 149. Doch kann in dem Fall, wenn eine Bezeichn
nung an sich nicht hinreicht, den Besitz zu bewirken, die
Fortdauer des Zeichens den Besitz nicht erhalten.
§. 150. Wird die Beschaffenheit oder Lage der be-
zeichneten Sache durch eine Begebenheit so verändert, daß
es dem Besitzer unmöglich wird, darüber zu verfügen, so
ist, des daran gebliebenen Zeichens ungeachtet, der Besitz
verloren gegangen.
<$. 151. Doch ist der, welcher eine Sache, die ein
dergleichen Zeichen an sich tragt, in Besitz nimmt, im zwei-
felhaften Falle für einen unredlichen Besitzer zu halten.
§. 152. Der Besitz unbeweglicher Sachen wird da-
durch allein nicht verändert, daß der bisher gegenwärtige
Besitzer seinen Aufenthalt anderswohin verlegt.
§. 153. Vielmehr wird der Besitz der liegenden Gründe
so lange erhalten, als der Zustand fortdauert, vermöge des-
sen sie zum besondcrn Gebrauche des Besitzers geschickt sind.
<$. 154. Häuser und Behältnisse bleiben, wenn sie
auch nicht gebraucht werden, so lange sie verschlossen sind,
in dem Besitze dessen, der sie verschlossen hat, oder welchem
von diesem der Schlüssel dazu übergeben worden.
§. 155. Sachen, welche sich an einem Orte befinden,
worüber der, welcher den Besitz derselben erlangt hatte, zu
verfügen berechtiget ist, sind im zweifelhaften Falle nicht
für verlassen zu achten.
Kl. Z. B. wer seine Hacke auf seinem Felde liegen laßt, hat
nicht aufgehört, dieselbe zu besitzen. Hat er sie aber
auf einen öffentlichen Weg geworfen, so wird die Ver-
lassung vermuthet; wenigstens hat er, sobald er sich da-
von entfernt, den Besitz der Sache verloren.
$. 156. Der Regel nach kan» ein Jeder sich des
ihm zustchendcn Besitzes nach Belieben cntschlagen.

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