Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

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Verjährung. Zweite Abtheilung. §. 409.
Recht, denselben darin einzuschräuken, durch den con-
tinuirten Besitz dieses juris prohibendi erwirbt« Von
der dritten Classe, Verjährung durch blofsen Besitz,
werden Grundgerechtigkeiteu in re aliena als ein Exem-
pel angeführt. Der praktische Nutzen dieser neuen Ein-
teilung soll darin bestehen, dafs nicht blos bei der
ercten specie, nämlich der Verjährung durch Nichtge-
brauch allein, sondern auch bei der zweiten, nämlich
bei der Verjährung durch Nichtgebrauch und Besitz zu-
gleich, bona fides nicht erfordert werde, und also die-
selbe nur bei der dritten specie, Verjährung durch Be-
sitz allein, notwendig sei. (n. 14.)
Damit stimmt zum Theil ein anderer Monent über-
ein, welcher bei dem §. 404. annimmt, dafs bei der
praescriptione acquisitiva ein Nichtgebrauch von Seiten
des Andern nicht immer erforderlich sei. (n. 3.)
Dagegen giebt es wieder andere Monenten, welche
behaupten, dafs praescriptio blos poena negligentiae sei,
dafs also der Nichtgebrauch in die Definition der Ver-
jährung gehöre, dafs die Folge eines per tempus lon-
gissimum fortgesetzten Besitzes, wenn von der andern
Seite keine negligentia hinzugekommen ist, nicht in
der Acquisition der Sache oder des Rechts, sondern
blos in einer praesumtione juris für die Rechtmäfsigkcit
des Besitzes bestehe, welche probationem contrarii zu-
lasse. (n. 5.)
Ich würde aber beiderlei sentiments nicht beitreten,
sondern bei der im Texte angenommenen Theorie ste-
hen bleiben. Eine Verjährung durch Besitz, bei wei-
cher nicht von Seiten desjenigen, gegen welchen prä-
scribirt wird, ein Nichtgebrauch seines Rechtes hinzu-
käme, läfst sich gar nicht denken. Soll der Besitzer
einer Sache das Eigenthum derselben praescribendo er-
werben, so mufs der vorige Eigeuthumer von seinem
jure viudicandi keinen Gebrauch machen. Soll Jemand
den Besitz einer Servitut durch die Präscriptiou crlan-

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