Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

486 .. Verjährung. Erste Abth. Dritter Abschn. §§.71 — 73.
auf malam fidem supervenientem, noch auf impedimenta
agendi, noch auf absentiam rei publicae causa reflectirt
werden dürfe, weil sonst inextricable Processe entste-
hen würden. Ich sehe, aber dazu gar keinen Grund;
bona fides wird in praescriptione longissimi temporis
allemal prasumirt, wie schon oben gesagt worden. Der-
jenige also, gegen welchen präscribirt werden soll, mufs
beweisen, dafs der praescribens die Unrechtmäfsigkeit
seines Besitzes gewufst habe. Blofse Zweifel sind, wie
schon im Titel vom Besitz vorgekommen, nicht hin-
reichend. Die andern Umstände können durch die
ab allegante anzugebenden Beweismittel leicht eruirt
werden.
§. 71. Die §. 55. verordnet Verdoppelung der Zeit
ist bei der längern Verjährung nicht erforderlich.
6. dieVer- §. 72. Gegen die Kirche, den Fiscus und gegen die-
pnvilegir- jenigen Personen und Corporationen, welchen, vermöge
u^chce" Privilegien, gleiche Rechte beigclegt sind, findet
nur die ungewöhnliche Verjährung von vierzig Jahren
statt.
K. zu §. 72. Zeh stelle anheim, ob nicht zu den vierzig
Jahren, wie bisher geschehen, das quadriennium re-
stitutionis hinzuzusetzen, folglich 44 Jahre zu bestim-
men.
L. zu §. 72. Ich würde auch dafür sein, alles auf 30
Jahre zu setzen.
Zu §. 72. Herr Lamprecht will alles auf 30 Jahre
setzen; Herr Könen will das quadriennium restitu-
tionis addirt haben. Beiden würde ich nicht bei-
treten.
§. 73. Der, auf welchen von einer dergleichen Per-
son oder Anstalt ein Recht gediehen ist, kann sich bei der
Verjährung nur seiner eigenen Befugnisse bedienen.

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