Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

484 Verjährung. Erste Abth. Dritter Abschn. §§. 68. 69.
per praescriptionem longissimi temporis erworben wer-
den können. Meines Ermessens ist der Sinn eigentlich
dieser: '■/
Wenn Handlungen oder Duldungen voit Personen,
die den Befehlen eines Andern unterworfen sind, dem-
selben 30 Jahre hindurch geleistet worden, so wird
. allemal vcrmuthet, dafs solches'aus Schuldigkeit, und
nicht blos bittweise oder aus Gefälligkeit, geschehen sek
, . , . Wenn also Gutsunterthanen ihrer Grundherrschaft
, 30 Jahre lang gewisse Dienste oder Abgaben entrich-
tet haben, so bat letztere das Recht, deren Leistung
auch ferner als eine Schuldigkeit zu fordern, durch
Verjährung erworben. -< 1
§. 68. Deo Umstand, baß die Dienste gegen eine ge»
wisse Belohnung gtleistet worden, schließt die Vermuthung
zur Schuldigkeit, solche auf eben die Art fortsetzen zu müs.
sen, nicht aus? ? ""
' *'■ §. 69. Was nach Anleitung der §§.- 12 —15. den
Anfang jeder Verjährung hindert, hindert auch die längere
Verjährung. . .
Scli. ju §. 69. Ich würde es dem allgemeinen Besten für
zuträglicher halten, es bei dem bisherigen Rechrssahe zu
. .• belassen: ' V v
. daß die Verjährung der längeren Zeit gegen Mini
derjährige sowohl anfange als fortlaufe;
- r sonst könnte es leicht geschehen, daß selbst in einem Zeit-
räume von 100 und mehr Zähren keine Verjährung
' stattfinde. . ' . ..
Zu §. 69. Ex voto des Herrn Scherer soll praescrip-
tio longissimi temporis gegen Minderjährige sowohl an-
fangen als fortlaufen. 'Vide (Suarez) ad §.12.
Conci. Approbatum *).

I) Nach unserer Anstcht bezieht stch dieses oonel. nicht auf

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