Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abtheil. Erster Abschn. §§. 93—100. 23
Sorglosigkeit oder Unachtsamkeit Schuld gewesen, daß ihm
der Vorfall unbekannt geblieben.
■ §. 93. Jmglcichen, wenn eine solche nachtheilige Hand-
lung zur Wissenschaft derjenigen gediehen ist- welchen der
Besitzer die Wahrnehmung seiner Rechte übertragen hat.
<$. 94. Behauptet Jemand- gegen eine ganze Corpo-
ration oder Gesellschaft ein Recht ausgeübt zu haben, so
kann er sich nicht auf die Handlungen berufen, welche blos
zwischen ihm und den einzelnen Mitgliedern der Gemeine
vorgefallen sind. • •
. Kl. Lcyser ad Fand, sp. 453. m. 7- ' . ■
4- 95. Haben die einzelnen Mitglieder im Namen
»der mit Rath, Unterstützung ober Genehnu'gung der Ge-
meine, positiv oder negativ gehandelt, so sind dergleichen
Handlungen oder Duldungen der ganzen Gemeine zuzurechnen.
4- 96. Wenn die mehrsien Mitglieder der Gemeine,
>ls solche, etwas gethan oder unterlassen'haben, so treffen
iie daraus entspringenden Pflichten und Rechte die Ge-
neine selbst.
KI. Leyscr 1. c. m. 8. ■
4- 97. Die öffentliche Ausübung dreier, zu verschie-
dnen Zeiten wiederholten, ähnlichen Handlungen bewirkt die
iiermuthung, daß der andere Theil dem Handelnden ein Recht
crf dergleichen Handlungen stillschweigend eingeraumt habe.
4-98. Doch ist auch eine einzige Handlung hinläng-
lh, dem Handelnden den Besitz des Rechts zu verschaffen,
wnn es klar ist, entweder, daß der Andere sie aus Be-
tußtsein einer Pflicht verstattet, oder der Handelnde solche
nch Art eines Zwangsrechts ausgeübt hat.
4. 99. Das letztere ist geschehen, wenn der Handelnde
ds Dulden der Handlung von dem andern Theile als
Ehuldigkeit gefordert, und dieser sich dabei beruhigt hat.
4. 100. Wer sich unerlaubter Mittel bedient, um die

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