Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

466 Verjährung. Erste Abth. Dritter Abschn. §§.,21. 22.
H. Zu §. 20. würde ich sehen:
„die noch nicht vollendete Verjährung u. s. w."
Zu §. 20. Herr Heidenreich meint, wenn auch nach
vollendeter Verjährung das streitige Recht anerkannt
würde , so schade doch solches dem Präscribenten nicht,
und will dieses ausdrücklich gesagt haben.
Die Sache scheint mir sehr zweifelhaft; ich bin aber
geneigter, das Gegentheil anzunehmen, denn die Agni-
tion ist ein neuer Rechtsgrund.
Coucl. Nach vollendeter Verjährung wird die Ver-
bindlichkeit per agnitionem erneuert.
§. 21. Von der Zeit einer solchen Unterbrechung muß
die Verjährungsfrist von neuem angefangen werben.
4- 22. Wer den Andern nur außergerichtlich an seine
Verbindlichkeit etwas zu thun oder zu dulden erinnert, un-
terbricht dadurch diese Art der Verjährung nicht.
Scb. zu §. 22. Ich würde annehmen, daß bei allen Per-
sonalklagen eine außergerichtliche Mahnung zur Unter-
brechung der Verjährung hinreicht, weil der Gemahnte
gewöhnlich seine Schuldigkeit einräumt, und nur Frist
zur Zahlung sucht. Daß er bei der Mahnung die For-
derung nicht eingeraumt- sondern derselben widersprochen
habe> muß er allenfalls beweisen.
Zu §. 22. Herr Scherer macht hier ein monitum, wel-
ches ich nicht verstehe^ es wäre denn, dafs er bei Re-
alklagen einen Unterschied slatuiren wollte, zu dem
ich aber gar keinen Grund absebe.
Meines Ermessens ist der Satz bei der praescriptione
exstinctiva, sie mag ein jus personale oder reale be-
treffen, richtig; hier verliere ich mein Recht propter
solum non usum. Wenn ich nun den Andern mahne,
so gebrauche ich ja mein Recht, also können mich die
Folgen des non usus nicht treffen.
Conci, Cessat monitum.

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