Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

442 Verjährung. Erste Abth. Zweiter Abschn. §Z. 909—917.
stimmt: so finden, nach Verschiedenheit des Gegenstandes
und der Ei'gcnthümer, die allgemeinen Vorschriften ihre An-
wendung.
§. 909. Bei bestehender Gemeinschaft wirb der An-
theil des andern Gesellschafters durch einen dreißigjährigen
Zeitraum verjähret, wenn sein Mitgefellschafter während des-
selben den andern Antheil als den Seinigen nutzt und be-
handelt.
§. 910. Soll fich diese Behandlung oder Benutzung
auf eine Bewilligung des Eigenthümers gründen: so muß
solches von ihm nachgewiesen werden.
§. 911. Schuld -Verschreibungen werden, von dem
darin verabredeten Zahlungstage an gerechnet, durch einen
dreißigjährigen Zeitraum verjährt, wenn solche nicht gericht-
lich cingemahnet werden.
§. 912. Ist gar kein Zahlungstag bestimmt: so läuft
die Verjährung von dem Tage der Ausstellung des Instru-
ments.
§. 913. Ist die Befugniß der Einforderung dem Gläu-
biger ausdrücklich nach einer vorgängigen Aufkündigung an-
heim gestellt: so ist die Schuld durch den bloßen Ablauf
der Zeit keiner Verjährung unterworfen.
§. 914. Nur nach geschehener Aufkündigung nimmt
die Verjährungszeit ihren Anfang.
§. 915. Jede darauf geschehene Zinszahlung, oder an-
dere an deren Stelle dem Gläubiger für den Gebrauch des
Capitals vortheilhaftr Leistung, unterbricht die Verjährung.
§. 916. Ist eine Zinszahlung oder andere Leistung
geschehen: so nimmt die Verjährung mit dem Tage, an
welchem solche zuletzt gezahlet oder geleistet sind, ihren An-
fang.
§. 917. Der geschehenen Zinszahlung ist eine schrift-
liche Erneuerung des Schuldbekenntnisses gleich zu achten.

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