Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

434 Verjährung. Erste Abth. Zweiter Abschn. §§.836—844.
Sache aus dem Besitze derselben gesetzt wird, ist die Der»
jährung für ihn gestöret.
§. 836. Außergerichtliche Handlungen des Eigenthü-
mers, welcher einmal aus dem Besitz seiner Sache oder
seines Rechtes gesetzt ist, stören den Besitz nicht, wenn sie
nicht zugleich mit der Wiedercrhaltung des Besitzes beglei-
tet sind.
§. 837. Pfändungen unterbrechen die Verjährung
nicht.
§. 838. Geräth die Sache, welche ein Anderer durch
Verjährung erwerben will, während des dazu erforderlichen .
Zeitraums auf irgend eine Weise auch nur in den natürli-
chen Besitz des wahren Eigenthümers, so wird die Ver-
jährung unterbrochen. -
§. 839. Durch Verpfändung, Vermiethung, Vcrpach».
tung, oder Verleihen an einen Dritten, der nicht der Eigen-
thümer ist, wird der zur Verjährung erforderliche Besitz
nicht für unterbrochen geachtet.
§. 840. Fehlet es an.einem zur gewöhnlichen Ver-
jährung nothwendigen Erforderniß: jo kann durch selbige
kein Recht ober Sache erworben werden.
§. 841. Alsdann tritt die ungewöhnliche Verjäh-
rung ein.
§. 842. Zur Vollendung der ungewöhnlichen Ver-
jährung wirb ein dreißigjähriger Zeitraum erfordert.
§. 843. Bei dieser wird zwischen den beweglichen und
unbeweglichen Sachen kein Unterschied gemacht. -
§. 844. Sowohl bei der gewöhnlichen als unge-
wöhnlichen Verjährung wird der vorgeschriebene, Zeitraum
von dem Augenblick, mit welchem die Verjährung ihren
Anfang nimmt, bis zu dem Augenblick, welcher zu ihrer
Vollendung vorgeschricben ist, berechnet.

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