Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Erste Abthell. Erster Abschn. §§. 66—69. 19
incorporalibus bona fides sine titulo zur vrdinairen
Verjährung hinlänglich.
' Ich glaube, man müsse' hierbei einen Unterschied
machen zwischen der Anmaßung eines fremden Rechts
und zwischen der Besitznehmung eines neuen Rechts.
Fremde Rechte können so wenig als körperliche Sachen
sine titulo ein Eigenthum eines Andern werden. Die
einem Andern zustehende Braugerechtigkeit muß ich so
gut wie sein Brauhaus titulo dominii translativo er-
halten. Wenn ich aber neben der Braugerechtigkeit
eines Andern mich einer neuen anmaße, oder eine Ser-
vitut auf des Andern Eigenthum ausübe: so ist es nicht
das Recht eines Andern, was ich mir zueigenc, son-
dern ich will per occupationem vel quasi ein neues
Recht erlangen. Wenn nun der, welchen ich durch
Ausübung meines Rechts in seiner Freiheit einschränke,
sich solches gefallen laßt: so kann zu Erwerbung eines
dergleichen Rechts kein anderer actus hinzukommen.
Wenn ich aber doch wohl wissentlich, daß mir ein der-
gleichen Recht nicht zustehe, solches ausübe; so bin ich
ein unredlicher Besitzer dieses wider besser Wissen und
Gewissen ergriffenen Rechts.
§. 66. Der §..... angezei'gte Unterschied des Be-
sitzes findet unter den dort angedeuteten Umständen auch
bei unkörperlichen Dingen statt.
<$. 67. Die Besitznehmung der körperlichen, bewegli-
chen Dinge muß in der Regel mittelst solcher Handlungen
geschehen, wodurch sie in die Gewahrsam des neuen Be-
sitzers gelangen.
4. 68. Unter der Gewahrsam wirb die blos physi-
sche Möglichkeit, mit Ausschluß Anderer über die Sache
zu verfügen, verstanden.
§. 69. Was Jemand in seiner Hand oder an seinem
Leibe tragt, befindet sich in seiner Gewahrsam.
2 *

Von Er-
werbung
des Be-
sitzes.

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