Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

428 Verjährung. Erste Abth. Zweiter Abschn. §§.800—806.
§. 800. Das zweite Erforderniß der gewöhnlichen
Verjährung ist ein rechtsgültiger Grund oder
Titel.
§. SOI. Kauf, Schenkung, Lausch, Besitzergreifung
einer verlassenen Sache, Annahme eines Vermächtnisses, oder
an Zahlungsstatt, der Besitz einer zur Ausstattung gege-
benen Sache, Vergleich, Entscheidung des Richters, gericht-
licher Zuschlag, Abtretung und alle anderen Mittel, durch
welche das Eigenthum erworben wirb, gewähren in der Re-
gel einen zur Verjährung hinlänglichen Titel, wenn gleich
der vorige Besitzer über die Sache zu verfügen nicht be-
fugt war.
(10) Zu §. 801. Die Enumeration von den titulis dominii
translativis wird wolil in die Materie vom Eigenthum
ausgesetzt bleiben.
§. 802. Ausnahmen von dieser Regel sind §§. 481
bis 483. *) festgesetzt.
§.803. In denen Provinzen, in welchen zur Erwer-
bung des Eigenthums unbeweglicher Sachen die gerichtliche
Auflassung nöthig ist, bedarf es derselben zur Gültigkeit des
Titels bei der Verjährung nicht.
(11) Za §. 803. Gerichtliche Auflassung gehört nie zum
Titel, sondern, zum modo acquirendi. Wo sie also zur
Erwerbung des Eigenthums erfordert wird, da ist, so
lange sie fehlt, keine Besitzergreifung vorhanden.
§. 804. Soll eine solche Handlung als Titel die Ver-
jährung begründen: so muß sie wirklich unternommen fein.
§. 805. Beruhet die Handlung nur in der Einbil-
dung desjenigen, der auf den Grund derselben die Verjäh-
rung anzufangen vermeinet: so ist kein Titel vorhanden.
$. 806. Ist dagegen ein wirklicher Titel vorhanden:

1) S. Besitz, S. 52.

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