Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

426 Verjährung. Erste Abth. Zweiter Abschn. §§. 789 — 793.
Rechte erworben, oder, zum Vortheil des Verpflichteten, An«
derer Befugnisse verloren gehen: so setzt solches, außerdem
Ablauf der vorgeschriebenen Zeit, erstlich, Redlichkeit
des Besitzes voraus.
(7.) Zu §. 788. Auch dieser §. pafst nicht auf die praescrip-
. tionem exstinctivam. Hier besitzt der Präscribent nichts;
es kommt also auch auf die Redlichkeit seines Besitzes
nicht an.
Je weiter ich in der gegenwärtigen Abhandlung fort-
lese, je mehr leuchtet mir die Nothwendigkeit, jede
Art von Verjährung besonders vorzütragen, in die Augen.
§. 789. Die Redlichkeit des Besitzes wird so lange
vcrmuthet, bis das Gegentheil erweislich gemacht ist.
§. 790. Folget die Unredlichkeit des Besitzes aus der
Natur der Sache : so bedarf es keines Beweises der Un-
rechtmäßigkeit des Besitzes. . ^ -
Kn. Z. B- ich finde auf der Straße einen mit Geld be-
schwerten Briefs ich gebe ihn aber nicht an den Elgen-
thümer ab: so würde es, wenn dieses factum einge-
raumt ist,, thörigt sein, den Beweis der Unredlichkeit
... ... des Besitzes zu erfordern, l >. ' . '
§. 791. Zweifel über die Rechtmaßigkeit des Besitzes
unterbrechen die Verjährung nicht. • ....
(8.) Zu §. 791; Nur Zweifel, die während desBesitzes
.. entstehen. •— Hat der Präsci-ibent ab initio gczweifclt,
so ist er nicht possessor bonae fidei. Doch davon ist.
schon im vorigen Titel gehandelt.
§. 792. Sobald aber der Besitzer von der Unrechtmäßig-
keit seines Besitzes während des zur Verjährung vorgeschrie«
denen Zeitraums überzeugt wird, verlieret er die Befugniß,,
durch die gewöhnliche Verjährung ein Recht zu erwerben.
§. 793. Es muß also derjenige, welcher durch die
gewöhnliche Verjährung neue Rechte oder die > Befugnisse
erwerben will, Andern Rechte zu versagen, welche, mit sei-

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