Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

18 Besitz. Erste Abtheil. Erster Abschn. §§. 59—65.
Mensch überhaupt gebühret, sondern insofern er das
Individuum ist, welches er ist.
§. 59. Ohne einen dergleichen Rechtsgrund kann Nie-
mand den rechtsgültigen Besitz eines fremden Rechts er-
langen.
§. 60. Auf den, welcher sich den Besitz eines frem-
den Rechts anmaßt, sind alle Vorschriften der §§. 14 bis
48. anzuwenden.
§. 61. Wer sich eines ähnlichen Rechts mit Andern
anmaßt, ist, fo lange er die Andern nicht hindert, sich auch
des ihrigen zu bedienen, nicht für den Besitzer eines frem-
den Rechts zu achten.
<$. 62. Nur wenn die Befugnisse, nicht aber wenn
die Vortheile eines Andern gemindert werden, begründet die
Ausübung eines neuen Rechts die Kränkung eines alten.
LI. Wenn in derselben Stadt neben einem altern Arzte ein
jüngerer angcseht wird; so verliert ersterer von seinen
Vortheilen, aber sein Recht, alle Kranken zu heilen,
. . welche seine Hülfe brauchen, wird dadurch nicht im ge-
ringsten geschmälert.
§. 63. Das altere Recht eines Andern darf Niemand
durch Anmaßung eines neueren Rechts schmälern, wenn er
nicht durch besondere gesetzliche Verordnungen, oder durch
die Einwilligung des Andern, Befugniß dazu erhalten hat.
§. 64. Ein neues Recht, welches die Befugniß eines
altern schmälert, könnte man ein präjubicirliches nennen.
§. 65. Wer ein dergleichen präjubicirliches Recht
ohne Widerspruch dessen, welchem dadurch präjudicirt wor-
den, redlicherweise ausübt, erlangt dessen rechtsgültigen
Besitz. '
Kl. Dieser §plius hat großen Einfluß auf die Materie von
der Verjährung. Es fragt sich nämlich, ob bei robus

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