Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Unterbre-
chung der
Verjäh-
rung.

410 Verjährung. Erste Abthetl. Erster Abschn. §§.258—264.
mah fides durch den folgenden Besitzer continuirt, ohne
Rücksicht, ob dieser in bona oder mala fide war. Das
jus canonicum erfordert bonam fidem per totum tem-
' pus praescriptionis. Diesem gemäß habe ich vorstehen-
den Hphen gefaßt.
§. 258. Durch die Dazwischenkunft eines unredlichen
Besitzers wird die Verjährung unterbrochen.
§. 259. Sobald die Verjährung unterbrochen wor-
den, kann die vorher verlaufene Zeit weiter nicht in Rech-
nung gebracht werden.
§. 260. Gegen Abwesende wird die Verjährungsfrist
verdoppelt.
§. 261. Diese Verdoppelung findet jedoch nur in An-
sehung der Zeit statt, binnen welcher der andere Theil ab-
wesend war-
§. 262. Gegen Unmündige läuft gar keine Verjäh-
rung ; gegen Minderjährige aber kann sic zwar angefangen,
aber nicht fortgesetzt werden.
LI. So ist die gemeine Meinung. Leyser glaubet, daß
die Verjährung unter 30 Zähren gegen Unmündige und
Minderjährige weder anfange noch fortlaufe, die 30jäh-
rige aber zwar die Unmündigen verschone, aber die Min-
derjährigen treffe.
Leyser ad D., sp. 364. m. 1. 2.
§. 263. Der Umstand, daß ein Großjähriger noch
unter väterlicher Gewalt steht, hindert, hemmt, oder verän-
dert die Verjährung nicht, d. i. sie wird dadurch weder
interrumpirt, noch suspcndirt -
Kl. Die römischen Gesetze verordnen das Gegentheil.
§. 261. Dem, dessen Vermögen nach Erforderniß der
Gesetze fremder Aufsicht unterworfen ist, läuft die Verjäh-
rung gegen den Verwalter seines Vermögens nicht eher,
als bis dieser Schlußrechnung gelegt hat.

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