Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Verjährung? Erste Abtheil. Erster Abschn §. 245. 403
Anfänge der Materie zu bestimmen sein möchten, wer-
den merklich vermindert.
Nach meiner geringen Beurtheilung ist die sogenannte
Verjährung, der Quittungen und Schuldscheine u. s. w-,
wobei nicht das Recht selbst verloren geht, sondern nur
die rechtliche Vermuthung verändert wird, nicht zu der
eigentlichen Verjährung zu rechnen. Uebrigens submit-
tire ich: ob nicht, nach Anleitung des sächsischen Rechts,
zur Verjährung der Grundstücke und Gerechtigkeiten,
ohne Unterschied der Anwesenheit oder Abwesenheit, die
30 jährige Verjährung anzunehmen sein würde; doch
würde ich, in Ansehung der beweglichen Sachen, die 3r
jährige anrathen; in beiden Fällen aber demjenigen, wel-
cher vor Ablauf der Verjährung absolut verhindert wor-
den, sein Recht zu rügen, noch 1 Jahr nach gehobenem
Hindernisse zur Wahrnehmung seiner Rechte übrig las-
sen, welches aber nur derjenige fordern könnte, der nicht,
vermöge der Verjährungsfrist selbst, noch 1 Jahr nach
gehobenem Hindernisse dazu amvenden könnte. Wenn
also ein in Gibraltar belagerter Hanoveraner zu Ende
der 3jährigen Verjährung zurück käme, so müßte ihm
nur -noch ein Jahr zur Anstellung der Klage vergönnt
werden. Fiele seine Zurückkunft in das letzte Zahr der
Verjährungsfrist, so müßte der Rest dieser Frist zu ei-
nem ganzen Zahre ausgedehnt werden. Hätte er aber
ohnedem noch ein ganzes Jahr Zeit, so bedürfte die Ver-
jährungsfrist keiner Verlängerung. In jedem Falle würde
ich bonam fidem et justum titulum erfordern, doch so,
daß da, wo keine translatio jurium, sondern die Er-
werbung eines neuen Rechts einträte, das jus occupandi,
nach Anleitung des §....*), pro titulo diente.
Auf bas vitium re! würde ich, nach Verlauf von
30 Jahren, nicht weiter achten, wenn nur diejenigen
Personen, welche die Sache binnen 30 Jahren besaßen.

I) Wahrscheinlich hat §. 248. allegirt werden sollen.
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