Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

undliiired-
lichen Be-
sitzers.

376 Besitz. Dritte Abteilung. 8-(178) u. §§.168—176.
§. (178.) Der unredliche Besitzer muß immer dem
redlichen weichen.
§. 168. (179.) Jeder Besitzer hat in der Regel die
Vcrmuthung der Rechtmäßigkeit und Redlichkeit des Be-
sitzes für sich. ; - . ■ '■>!:: ,
§. 169. (180.) Er ist also, wenn er deshalb in An-
spruch geuvmmen wird, den Titel seines Besitzes anzugc-
ben und nachzuweisen nicht schuldig.
4- 170. (181.) Die Vermuthung, daß Personen und
Eigenthum frei sind, überwiegt jedoch die Vermuthung für
die Rechtmäßigkeit des Besitzes. - r
4- 171. (182.) Wenn also auch Jemand in dem
Besitze, die Freiheit oder das Eigenthum eines Andern cin-
zuschränken, sich' befindet, so muß er dennoch sein Recht
zu diesem Besitze angebcn und Nachweisen.: : -
4- 172. (183.), Von dieser Regel findet: aber eine
Ausnahme statt, in sofern besondere Gesetze dergleichen Ein-
schränkungen gegen Personen eines gewissen Standes aus-
drücklich begründen.
Zusatz: TH. II. Tit. VII. Sect. III.
4> 173. (184.) Weiset Jemand nach, daß ihm der
Besitz einer Sache durch Gewalt, List, ober Betrug entnom-
men worden, so ist der gegenwärtige Besitzer den, Titel, aus
welchem er besitzt, anzugeben verbunden.
4. 174. (185.) Dem Richter muß die Angabe des
Besitztitcls in allen Fällen, wo er solche zur Aufhellung
streitiger Thatsachen nöthig findet, ohne Rückhalt geschehe».
4. 175. (186.) . Wer in den Fällen der §§. 173.174.
(184. 185.) die Angabe seines, Besitztitels beharrlich ver-
weigert, ist für einen unredlichen Besitzer zu, achten.
4. 176. (187.) Dagegen.wird durch diese Verpflich-
tung zur Angabe des Besitztitels die für die Rechtmäßig-

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