Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz- Dritte Abcheilung. 22—30.

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§. 22. (23.) Von der Wissenschaft desjenigen, wel-
cher bei der Sache mitzuwirken kein Recht hat, hängt die
Redlichkeit oder Unredlichkeit des Besitzes niemals ab.
§.23. (24.) Wenn Mehrere eine Sache gemeinschaft-
lich besitzen, so muß jeder die Redlichkeit oder Unredlich-
keit des Besitzes für seinen Antheil vertreten-
§. 24. (25.) Doch kann auch der redliche Mitbe-
sitzer aus der Unredlichkeit des Andern, zum Schaden ei-
nes Dritten, keinen Vorthcil ziehen. (§. 36. (37.))
§. 25. (26.) Wenn eine Corporation oder Gemeine
einen Besitz erwirbt, so hängt die Redlichkeit oder Unred-
lichkeit desselben davon ab, je nachdem die Mehrheit der
Mitglieder, bei der Erwerbung des Besitzes, redlich oder un-
rcchtfertig *) zu Werke gegangen ist. (§§. 10 — 14. (15.))
§. 26. (27.) Eben so wirb der Besitz einer solchen
Gemeine in der Folge unredlich, wenn die mehrere Zahl
der Mitglieder von der Unrechtmäßigkeit desselben überzeugt
worben.
§. 27. (28.) Die mindere Zahl kann also durch ihre
Unredlichkeit den Besitz der Commune überhaupt nicht un-
redlich machen.
§.28. (29.) Doch haften die unredlichen Mitglie-
der dem Eigenthümer für den Schaden, welcher demselben
daraus entstanden ist, daß sie ihre Wissenschaft, oder ihre
bei der Erwerbung gehegten Zweifel, den übrigen Mitglie-
dern nicht angezeigt haben. .
§. 29. (30.) Ist die Zahl der redlichen und unred-
lichen Mitglieder gleich, so kann der Besitz der Gemeine
überhaupt nicht für redlich geachtet werden.
§. 30. (31. ) . In so fern redliche Mitglieder dadurch,

1) Hier ist „unrechtfertig" noch in dem früher» Sinne als
gleichbedeutend mit „unredlich" stehen geblieben; ckr. Note I. zum
Marginale zu §. 10., S. 350.
III. 23b. 'Isu. 2 s St.

insonder-
heit bei
mehrern
Mitbe-
sitzern,

ingleichcn
>ei Corpo-
ralivncn
und Ge-
meinen,

23

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