Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Dritte Abtheilung. §§. 14—18. 351
Gültigkeit seines Besitztitels irrt, heißt ein unrechtfertiger
Besitzer, und wird- wo nicht besondere Ausnahmen gemacht
sind, einem unredlichen Besitzer gleich geachtet. (HZ. 232.
239. 240. 241.) .
§.14. (15.) Wer schon zur Zeit der Erwerbung des
Besitzes, bei der Anwendung eines gewöhnlichen Grades
von Aufmerksamkeit, Ursache hatte, an der Gültigkeit fei-
nes Besttztitels zu zweifeln, und sich dennoch ohne weitere
Untersuchung den Besitz zueignet, der wird, bei einer in
der Folge sich veroffenbärenden Unrechtmaßigkeit desselben,
einem unredlichen Besitzer gleich geachtet.
§. 15. (16.) Dagegen verliert der, bei welchem erst
nach schon erworbenem Besitze bloße Zweifel über die Recht-
mäßigkeit desselben entstehen, dadurch noch nicht die Eigen-
schaft und die Rechte eines redlichen Besitzers.
§. 16. (17.) Von dem Zeitpunkte aber, da Jemand
von der Unrechtmaßigkeit seines Besitzes überführt worden,
ist er für einen unredlichen Besitzer zu achten.
§. 17. (18.) Die allgemeine Vermuthung streitet für
die Redlichkeit des Besitzes, wo nicht die Gesetze in ge-
wissen Fällen Und Umstanden die besondere Vermuthung
des Gegentheiles ausdrücklich festsetzen.
§. 18. (19.) Wer eine Sache, die mit Namen, ein-
zelnen Buchstaben, Wappen, Petschaften oder andern zur
Bezeichnung des Eigenthumes gewöhnlichen Merkmalen ver-
sehen ist, von einer Person, auf welche kiese Merkmale
nicht passen, in Besitz nimmt, hat die Vermuthung des
unredlichen Besitzes gegen sich.
Sch. zu §. 18. Diese Vermuthung ist wohl nicht hinrei-
chend, die generale Präsumtion eines ehrlichen Mannes
zu elidiren.
K. zu §. 18. Oft werden dergleichen gezeichnete Sachen
in öffentlichen Auktionen verkauft, und kommen so nach

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