Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

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Besitz. Zweite Abtheilung. §§. 169.
den Tag des geleisteten suppletorii. Ich würde aber
bei dem im Texte angenommenen Tage der insinuirten
Citation simpliciter stehen bleiben, da nach unserer
Proccfs-Ordnung eine, vollständig instruirte Klage schon
hinreichend sein mufs, den Besitzer über die Reclitmä-
fsigkeit seines Besitzes wenigstens sehr zweifelhaft zu
machen. Einen spätem Zeitpnnct aber als den diem
insinuatae citationis anzunehmen, ist nicht rathsani, weil
*' solchergestalt der Beklagte das gröfste Interesse, den
Procefs zu verschleppen, haben würde.
2) Im Texte ist angenommen, dafs nicht jeder un-
redliche Besitzer, sondern nur der, welcher betrübli-
cher Weise eine fremde* Sache besessen hat, fructus
percipiendos erstatten dürfe (§. 159. Verschiedene
Dionenten aber wollen jeden unredlichen Besitzer dazu
verpflichten. Meines Erachtens thun die Monenten zu
viel und der Text zu wenig. Wenn man bedenkt,
dafs auch schon der, welcher aus einem verschuldeten
errore' facti seinen Besitz für rechtmäfsig gehalten, dafs
schon der, welcher bei Erlangung des Besitzes an des-
' sen Rechtmäfsigkeit nur gezw'eifelt hat, ja, dafs selbst
der possessor bonae fidei a die insinuatae citationis ei-
nem unredlichen .Besitzer gleich geachtet worden, so
würde es wohl offenbar zu hart sein, wenn man eben
diesem auch fructus percipiendos zur Last legen wollte.
Dagegen ist diese Verpflichtung zu sehr eingeschränkt,
wenn man sie nur auf einen bezüglichen Besitzer
richtet; es ist genug, wenn, der Besitzer nur weifs, dafs
seinePossession unrechtmäfsig sei; gesetzt auch, dafs er
nicht just dolose dazu gelangt wäre. (§. 229. der Umarb.)
3) Wenn der Besitzer die Früchte zur Ungebühr
verschleudert und unter dem Preise verkauft hat, so ist
, es wohl offenbar billig, dafs der Eigenihümer den mitt-
leren Marktpreis fordern könne, /
4) Wenn nach §. 159. der praedo fructus perci-
piendos erstatten mufs, so kommt es nicht auf diejeni-

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