Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

306 Besitz. Zweite Abtheilung. §. 132.
2) Ob nicht wenigstens alsdann eine Ausnahme
zu machen, wenn dergleichen Rückstände per no-
vationem in ein aliud genus obligationis transformirt
worden > z. E. wenn Jemand über das rückstän-
dige Pachtgeld sich einen Wechsel hat ausstellen
lassen. Puto quod sic; und bleibt alsdann der
Wechsel, dem redlichen Besitzer.
3) Ob es nicht rathsam sein möchte, die Gefälle
des letzten Jahres zwischen dem Eigenthümer und
redlichen Besitzer pro rata temporis zu theilen.
Diefs scheint billige und würde manche Schwierig-
keit heben. (Cf. §§. 197 — 200. des Concepts der
Umarbeitung.)
Concl. zu h. Die verfallenen Pachte und Zinsen,
wenn sie auch noch nicht erhoben sind, ver-
bleiben dem Besitzer. Dagegen werden derglei-
chen Zinsen für das letzte Jahr pro rata tem-
poris go-theilt l).

1) Die oben angeführten Vorschläge von Suarez, das Con-
cept der Umarbeitung, auf welches sie sich beziehen, und die beige-
fügten Beschlüsse des Großkanzlers haben einige wesentliche Aende-
rungen erlitten, wie die nachfolgenden, auf einem 'besonder» Blatte
in der rev. mön. befindlichen §§. ergeben: • ' •
§. „Oer vollständige redliche Besi'tzer hat, so lange sein redlicher
Besitz dauert, alle Rechte und Pflichten des Eigenthümers."
§ „Er muß aber dem Eigenthümer weichen, und demselben die
Sache in dem Stande, m welchem sie sich alsdann wirklich
befindet, zurückgeben."
§. „Alle während des redlichen, Besitzes! gezogene Nutzungen und
genossene Früchte sind und bleiben das Eigenthum des redli-
chen Besitzers."
§. ,,Er darf den Werth davon dem Eigenthümer nicht erstatten,
selbst wenn er dadurch im Besitz eines Vortheils sich noch wirk,
lich befindet."
§. „Hat er aber Nutzungen, die in der Zukunft erst fällig sind,
zum voraus erhoben, so muß er solche in soweit, als thr Ver-

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