Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

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Besitz. Zweite Abtheilung. §.22.
licli halte, gründet sich auf die Sicherheit des Eigen-
thums, und auf den favorem, welchen der wahre
Eigenthümer für den blofsen Besitzer verdient. Z. B.
eine Commune kauft ein Grundstück a non domino.
Die eine Hälfte weifs es, die andere nicht; so kann
die Commune überhaupt m. E. gegen den Eigen-
thümer nicht präscribiren. Der Unbilligkeit, welche
daraus, ratione praescriptionis fructuum und sonst, für
die redlichen Mitglieder entstehen könnte, wird durch
den §. (31.) d. U. abgeholfen.
Concl. Das damnum emergens müssen <Jie unred-
1 liehen Besitzer den redlichen prästiren.
4) Alles, was §§. 17—21. gesagt ist, kann nur
von Sachen gelten, quae in patrimonio universitatis
sunt, i. 6., wo nicht nur das Eigenthum der Ge-
meine gehört, sondern wo auch die Nutzung ad su-
stinenda onera communitatis verwendet worden. Bei
rebus universitatis in specie sic dictis, wo das Ei-
genthum zwar der Gemeine, die Nutzungen aber den
einzelnen Mitgliedern gehören, ist ein Unterschied zu
machen zwischen denjenigen Wirkungen des Besitzes,
welche auf die Substanz der Sache, und denjenigen,
welche blos auf perceptionem fructuum Beziehung
haben. In Ansehung der Substanz mufs es freilich
bei den §§. 17. — 21. bleiben, wonach die Redlich-
keit oder Unredlichkeit des Besitzes der Commune
überhaupt auf die Mehrheit ankommt. Quoad per-
ceptionem fructuum aber kommt es auf die Rcdlich-
lichkeit oder Unredlichkeit eines jeden einzelnen
Theilnehmers an. Z. E., eine Commune kauft einen
Wald a non domino, und vertheilt das daraus jähr-
lich zu nehmende Holz unter die einzelnen Mitglie-
der. Hat die gröfsere Hälfte die Ungültigkeit des
' Besitztitels gewufst, so ist freilich - die ganze Com-
mune pro possessore malae fidei zu achten. Sie kann
also gegen den 'Eigenthümer ‘ nicht präscribiren; sic

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