Full text: Volume (Bd. 3 (1836))

Besitz. Zweite Abthcilung. §. 1V.

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n. 10. vol. I. fol. 250.
G. Wird anheim gestellt.
§. 10. Wer schon bei der Erwerbung des ^Besitzes
Ursach hatte, an der Rechtmäßigkeit desselben zu zweifeln,
ist für einen unredlichen Besitzer zu achten.
Mon. 1. Der Ausdruck „wenn er Ursach hat, an der
Rechtmaßigkeit des Besitzes zu zweifeln," laßt die
Sache noch immer in Ungewißheit; man könnte bestimm-
ter sagen:
Wer entweder den Besitz durch keinen rechtsgültigen
Titel erhalten, oder gewußt hat, daß derjenige, von wel-
chem ihm der Besitz übertragen worden, dazu nicht be-
rechtigt gewesen sei, ist u. s. w.
Jrrthum in Thatsachen, die nicht seine eigenen Hand-
lungen betreffen, macht bei der Qualität eines redlichen
Besitzers kein Hindcrniß, wohl aber error juris,
n. 6. vol. I. fol. 124.
G. Dürfte Erwägung verdienen. Wenn schon die wirk-
liche Wissenschaft als ein internum höchst unsi-
cher ist, wie viel mehr müssen es Zweifel sein, bei
welchen es so sehr auf die Fähigkeit und Kenntniß eines
jeden Einzelnen ankommt.
Mon. 2. Diese Ursach zum Zweifel muß doch wohl nicht
in der Vorstellung einer bloßen Möglichkeit, daß ein
anderer älterer Besitzer oder Eigener sei, sondern in irgend
einem Gesetz oder einer Thatsache liegen? Und wie soll
es gehalten werden, wenn der Zweifel irrig ist? Findet
zwischen Zrrthnm in jure und in facto noch ein Unter-
schied statt?
n. 11. vol. I. fol. 292.
G. Es wird auf die vorige Bemerkung Bezug genommen.
Nach den bisherigen Grundsätzen machte der error iu
facto keinen Einfluß, wohl aber error in jure.
Mon. 3. Nur aus die überwiegenden Gründe der Uer
berzeugung oder des Zweifels sollte es ankommen, und

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